Europäische Kooperationsprojekte

Kooperationsprojekte unterstützen die intensive grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Kultureinrichtungen aus verschiedenen am Programm teilnahmeberechtigten Ländern. Das Partnerkonsortium besteht dabei aus einer antragstellenden Einrichtung, die auch Projektkoordinator oder lead partner genannt wird, sowie weiteren Kultureinrichtungen, die als Partner oder co-organizers bezeichnet werden.

 Es gibt zwei Projektkategorien:

  • Kleine Kooperationsprojekte (Kategorie 1): mindestens 3 Kultureinrichtungen aus mindestens 3 am Programm teilnahmeberechtigten Ländern
  • Große Kooperationsprojekte (Kategorie 2): mindestens 6 Kultureinrichtungen aus mindestens 6 am Programm teilnahmeberechtigten Ländern

Was wird gefördert?

  • Kooperation statt Koordination: Das Projekt sollte von allen Partnern gemeinsam und auf Augenhöhe konzipiert und umgesetzt werden; alle Partner sollen sich aktiv beteiligen.
  • Europäischer Mehrwert: Die Projekte sollten nur mit europäischen Partnern sinnvoll umsetzbar sein und nicht auch genauso gut „nur“ lokal oder national stattfinden können.
  • Grenzübergreifende Aktivitäten: Projektaktivitäten sollten in möglichst vielen europäischen Ländern stattfinden und miteinander in Zusammenhang stehen.

Projekte müssen mindestens eine, maximal drei der Programmprioritäten aufgreifen. Für die neue Programmlaufzeit ab 2021 sind folgende Prioritäten unter Vorbehalt denkbar:

  • Länderübergreifende Mobilität
  • Publikumsentwicklung
  • Digitalisierung (Kapazitätenaufbau)
  • Neue Geschäftsmodelle (Kapazitätenaufbau)
  • Bildung und Ausbildung (Kapazitätenaufbau)
  • Interkultureller Dialog und soziale Integration von Migrant*innen und Geflüchteten
  • Kulturerbe, anschließend an das Europäische Jahr des Kulturerbes 2018

Weiterhin gilt zu beachten:

  • Breitenwirkung: Projekte und ihre Ergebnisse sollten nicht nur für einen kleinen exklusiven Kreis von Interesse sein, sondern auch viele Bürger*innen Europas sowie Fachpublikum erreichen.
  • Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit der Projektergebnisse
  • Sowohl spartenspezifische als auch spartenübergreifende Projekte können gefördert werden
  • Rein audiovisuelle Projekte sind NICHT förderfähig

Gut zu wissen
Um ein tieferes Verständnis für Kooperationsprojekte zu erlangen, empfehlen wir, Beschreibungen bereits geförderter Projekte zu studieren.

Wer kann beantragen?

Die formalen Bedingungen sind hier zusammengefasst. Sowohl die antragstellende Einrichtung als auch alle Kooperationspartner müssen diese Auflagen erfüllen.

Wie viel kann die EU bezuschussen?

Es handelt sich um eine Ko-Finanzierung.

  • Kleine Projekte können mit maximal 60% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts und über alle Partner verteilt kann der Zuschuss maximal 200.000 Euro betragen. Die verbleibenden 40% müssen von der antragstellenden Einrichtung und den Kooperationspartnern aufgebracht werden.
  • Große Projekte können mit maximal 50% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts und über alle Partner verteilt kann der Zuschuss maximal 2 Mio. Euro betragen. Die verbleibenden 50% müssen von der antragstellenden Einrichtung und den Kooperationspartnern aufgebracht werden.

Zeitplan

Die Antragstellung für Kooperationsprojekte ist einmal im Jahr möglich. Die nächste Einreichfrist ist voraussichtlich im Frühjahr 2021.

  • Die Antragsunterlagen sind in der Regel 2 Monate vor der Einreichfrist verfügbar (spätestens jedoch 6 Wochen vor der Einreichfrist).
  • Auswahlergebnisse sind ca. 6 Monate nach der jeweiligen Einreichfrist zu erwarten.
  • Projekte starten in der Regel 6-9 Monate nach Antragstellung.
  • Maximale Projektlaufzeit (gilt für beide Kategorien): 48 Monate

Gut zu wissen
Fällt die Einreichfrist auf einen Feiertag im Land der antragstellenden Einrichtung wird keine Verlängerung gewährt.
Verschiebungen der Einreichfristen sind möglich, so dass Sie in jedem Fall die aktuellen Meldungen des CED Kultur (z.B. Newsletter) und der EACEA verfolgen sollten.

Wo und wie bewerbe ich mich?

Die Projektanträge werden mittels eines elektronischen Antragsverfahrens über das Funding & tender opportunities Portal (FTOP) bei der „Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur“ (kurz EACEA) in Brüssel eingereicht. Um einen Antrag über das FTOP stellen zu können, müssen sich sowohl die antragstellende Einrichtung als auch alle Partner einen sogenannten „Participant Identification Code“, eine neunstellige Nummer (kurz „PIC“) zulegen.

Schritt 1: EU-Login-Account anlegen
Legen Sie ein Nutzerkonto bei EU-Login an. Sie erhalten dann einen Nutzernamen und ein Kennwort.
Hier legen Sie einen EU-Login-Account an

Schritt 2: PIC-Nummer anlegen
Mit den Login-Daten können Sie sich im FTOP anmelden und Ihre Einrichtung registrieren ( --> „Manage my area“ --> „Registration“ ). Damit erhalten Sie Ihre PIC-Nummer. Mit der PIC werden einige Informationen zu Ihrer Einrichtung gespeichert (z.B. Adresse), die dann automatisch für das Online-Antragsverfahren übernommen werden.
Jede Organisation benötigt während der gesamten Programmlaufzeit bis 2020 nur einen PIC. Dieser kann/muss auch für die Antragstellung in anderen EU-Programmen verwendet werden.
Hier geht es zum Funding & tender opportunities Portal (FTOP)

Schritt 3: Online-Antragsverfahren starten
Ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung der Ausschreibung, können Sie das Antragsverfahren im FTOP starten und die Antragsunterlagen bearbeiten. Suchen Sie unter „Search Funding & Tenders“ die Ausschreibung, für die Sie sich bewerben möchten. Öffnen Sie die Seite der Ausschreibung und starten Sie den „Submission Service“. Der Zeitraum bis zur Deadline, in der das Antragsverfahren geöffnet ist, beträgt in der Regel 6-8 Wochen.

Gut zu wissen
Alle Informationen zum Antrag sind den jeweils aktuellen Antragsunterlagen zu entnehmen: Insbesondere die sogenannten „Guidelines“ (Leitfaden zum Förderbereich), die mit der Ausschreibung veröffentlicht werden, sind Pflichtlektüre für alle Antragstellenden. Sie geben Aufschluss über alles Wissenswerte zum Förderbereich (förderfähige Kosten, Checkliste einzureichender Dokumente, Erklärungen zu den Programmprioritäten und Auswahlkriterien).

Wie wird der Antrag bewertet?

  1. Relevanz: Inwiefern trägt das Projekt zur Erfüllung der oben genannten Programmprioritäten bei?
  2. Qualität von Inhalt und Aktivitäten: Wie durchdacht ist die Planung? Tragen die geplanten Aktivitäten zur Umsetzung der Programmprioritäten und der Projektziele bei?
  3. Kommunikation und Verbreitung: Wie wird über das Projekt nach außen kommuniziert? Wie werden die Projektergebnisse und –Aktivitäten verbreitet?
  4. Qualität der Partnerschaft: Wie solide ist die Zusammenarbeit? Gibt es gut durchdachte Arbeitsstrukturen?


Auch die finanzielle und die operationelle Leistungsfähigkeit der antragstellenden Einrichtung wird bewertet: Verfügt diese über die benötigten fachlichen, personellen und finanziellen Ressourcen, um das Projekt durchzuführen?

Gut zu wissen
Die Projekte werden nach einem mehrstufigen Verfahren, an dem Vertreter*innen der EACEA, der Generaldirektion Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission (GD EAC) und Expert*innen aus den am Programm teilnehmenden Ländern beteiligt sind, ausgewählt. Interessierte können sich als nationale Experten auf den Aufruf zur Expertensuche bewerben.

ANSICHTSEXEMPLARE ANTRAGSUNTERLAGEN 2019

•    Leitfaden/Guidelines (DE/ENG)
•    Antragsformular/ApplicationForm Kategorie 1 (DE/ENG)
•    Antragsformular/ApplicationForm Katgeorie 2 (DE/ENG)
•    Annex: Detailed description of the project (ENG)
•    Annex: Budget form (ENG)

+++Die Antragsformulare Kategorie 1 und 2 (DE/ENG) laden nicht im Internetbrowser, sondern müssen zur Ansicht heruntergeladen werden+++

Wichtig: Die Ansichtsexemplare können zur Orientierung und Vorbereitung auf eine Antragstellung dienen. Mit jeder Ausschreibung werden jedoch immer neue und aktualisierte Antragsdokumente veröffentlicht: Arbeiten Sie immer mit den aktuellsten Antragsdokumenten und informieren Sie sich bei uns über mögliche Änderungen. Die englische Version ist immer die rechtlich bindende Fassung.

Projektbeispiele

Beschreibungen und Neues aus geförderten Projekten mit deutscher Beteiligung haben wir für Sie HIER zusammengestellt.

 

Über die Projektdatenbank Dissemination Platform der Europäischen Kommission können Sie die Kurzbeschreibungen aller durch Kreatives Europa geförderten Projekte finden. Dort sind auch die Projekte des Vorgängerprogramms KULTUR (2007-2013) zu finden.