Tracing the Art of the Straub Family

Projektkoordination: Hrvatski Restauratorski Zavod (HR)
Partner: Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege (DE) /// Javni Zavod Republike Slovenije za Varstvo Kulturne Dediscine (SI) /// Universität Graz (AT) /// Univerza v Ljubljani (SI)

Förderbereich: Kleine Kooperationsprojekte
Fördersumme: 199.799 Euro
Förderzeitraum: 2017-2019

Mit dem Projekt "Tracing the Art of the Family Straub" wird das Werk der Künstlerfamilie Straub erfasst: Die fünf Söhne des Schreiners und Bildhauers Johann Georg Straub (1674-1755) arbeiteten alle als Bildhauer und zählten zu den führenden Meistern ihrer Kunst. Sie waren in verschiedenen Städten innerhalb der heutigen Europäischen Union tätig: Johann Baptist Straub (1704-1784) in München, Philipp Jakob Straub (1706-1774) in Graz, Joseph Straub (1712-1756) in Maribor, Johann Georg Straub (1721-1773) in Bad Radkersburg und Franz Anton Straub (1726-1774/76) in Zagreb. Die Auseinandersetzung mit den kulturellen Eigenheiten ihrer Umgebung in Deutschland, Österreich, Slowenien und Kroatien und mit den lokalen Künstlern führte zu einer gegenseitigen Beeinflussung und der Anhebung des künstlerischen Niveaus an der Stätte ihres Wirkens. Bemerkenswerte Erfolge sind auf ihre hohen handwerklichen Fähigkeiten und ihre außergewöhnliche Fähigkeit, die Erwartungen der örtlichen Auftraggeber zu erfüllen, zurückzuführen.
Bis heute wurden die Werke der Gebrüder Straub weitgehend auf nationalem Niveau studiert. Ein Ziel des Projektes ist es, die erhaltenen Werke als eine historische und künstlerische Einheit zu betrachten. Das Projekt zeigt so die Entwicklung sowie die Anpassungsfähigkeit der Stilformen und die Produktivität der Werkstattbetriebe auf. Ein Expertenteam aus den vier beteiligten Nationen widmet sich dieser Aufgabenstellung.

Warum haben Sie sich entschieden ein Projekt auf europäischer Ebene durchzuführen?

Die vergleichende Forschung über Ländergrenzen hinweg soll Erkenntnisse darüber erbringen, welche Bedeutung die Familie Straub hinsichtlich der Ausformung und Verbreitung der Kunst des Rokoko im Gesamtzusammenhang der Kunst des 18. Jh. in Zentraleuropa hatte. Erforscht werden soll dabei auch welche sozialen, politischen und kulturellen Grundlagen zur Ausbildung individueller Ausdrucksformen innerhalb der untersuchten Gebiete geführt haben.

Was raten Sie künftigen Antragstellenden und/oder Partnern?

Künftigen Antragstellern geben wir zwei Empfehlungen mit auf den Weg: Der Gedankenaustausch mit erfahrenen Antragstellern – eine Art Mentoring – vereinfacht den Prozess der Antragsstellung enorm. Entscheidend für den Erfolg des Projekts ist zudem eine von Anfang an klar festgelegte Aufgabenverteilung zwischen den einzelnen Projektpartnern.

Erzählen Sie uns zum Projekt eine Geschichte aus dem Nähkästchen.

Bei Untersuchungen an einem Münchener Altar Johann Baptist Straubs löste ein historisches Foto ein altes Rätsel: darauf ist ein Kreuz mit Putto zu sehen, eine qualitativ hochwertige Arbeit aus der Mitte des 18. Jh., die jedoch seit Jahren im Tresor der Kirche aufbewahrt wurde. Niemand konnte sich den ursprünglichen Aufstellungsort des Kruzifixes erinnern. Auf einem Foto aus den 1930er Jahren ist das Kreuz auf dem Tabernakel des Hauptaltares zu sehen – dort wird es nun wieder aufgestellt. Die Gestaltung des kleinen Kunstwerks legt nahe, dass es sich möglicherweise auch hier um ein noch unbekanntes Werk Straubs oder eines seiner Mitarbeiter handeln könnte.

Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege
München
Rupert Karbacher
Tel.: +49 (0) 89 / 2114 313
E-Mail: Rupert.Karbacher[at]blfd.bayern[punkt]de

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