Europäische Kooperationsprojekte

Kooperationsprojekte unterstützen die intensive grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Kultureinrichtungen aus verschiedenen am Programm teilnahmeberechtigten Ländern. Das Partnerkonsortium besteht dabei aus einer antragstellenden Einrichtung, die auch Projektkoordinator oder lead partner genannt wird, sowie weiteren Kultureinrichtungen, die als Partner oder co-organisers bezeichnet werden.

 Es gibt drei Projektkategorien:

  • Kleine Kooperationsprojekte (Kategorie 1): mindestens 3 Kultureinrichtungen aus mindestens 3 am Programm teilnahmeberechtigten Ländern
  • Große Kooperationsprojekte (Kategorie 2): mindestens 6 Kultureinrichtungen aus mindestens 6 am Programm teilnahmeberechtigten Ländern
  • Kooperationsprojekte zum Europäischen Kulturerbejahres 2018 (Kategorie 3): mindestens 3 Kultureinrichtungen aus mindestens 3 am Programm teilnahmeberechtigten Ländern

Bitte beachten Sie:
Die folgenden Angaben dienen der ersten Orientierung. Detailliertere Informationen zum Förderbereich finden Sie im Programmleitfaden („Guidelines"), der mit den Antragsunterlagen veröffentlicht wird.

Was wird gefördert?

  • Kooperation statt Koordination: Das Projekt sollte von allen Partnern gemeinsam und auf Augenhöhe konzipiert und umgesetzt werden; alle Partner sollen sich aktiv beteiligen.
  • Europäischer Mehrwert: Die Projekte sollten nur mit europäischen Partnern sinnvoll umsetzbar sein und nicht auch genauso gut „nur“ lokal oder national stattfinden können.
  • Grenzübergreifende Aktivitäten: Projektaktivitäten sollten in möglichst vielen europäischen Ländern stattfinden und miteinander in Zusammenhang stehen.
  • Projektbeitrag zur Umsetzung der Programmprioritäten (mindestens eine, maximal drei):

    1. Länderübergreifende Mobilität
    2. Publikumsentwicklung
    3. Digitalisierung (Kapazitätenaufbau)
    4. Neue Geschäftsmodelle (Kapazitätenaufbau)
    5. Aus- und Weiterbildung (Kapazitätenaufbau)

  • Breitenwirkung: Projekte und ihre Ergebnisse sollten nicht nur für einen kleinen exklusiven Kreis von Interesse sein, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger Europas sowie Fachpublikum erreichen.
  • Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit der Projektergebnisse
  • Spartenspezifische oder spartenübergreifende Projekte
  • Rein audiovisuelle Projekte sind NICHT förderfähig

Gut zu wissen
Um ein tieferes Verständnis für Kooperationsprojekte zu erlangen, empfehlen wir, Beschreibungen bereits geförderter Projekte zu studieren.

Wer kann beantragen?

Die formellen Bedingungen sind hier zusammengefasst. Sowohl die antragstellende Einrichtung als auch alle Kooperationspartner müssen diese Auflagen erfüllen.

Wie viel kann die EU bezuschussen?

Es handelt sich um eine Ko-Finanzierung.

  • Kleine Projekte können mit maximal 60% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts und über alle Partner verteilt kann der Zuschuss maximal 200.000 Euro betragen. Die verbleibenden 40% müssen vom Antragsteller und den Kooperationspartnern aufgebracht werden.
  • Große Projekte können mit maximal 50% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts und über alle Partner verteilt kann der Zuschuss maximal 2 Mio. Euro betragen. Die verbleibenden 50% müssen vom Antragsteller und den Kooperationspartnern aufgebracht werden.

Zeitplan

  • Maximale Projektlaufzeit (gilt für Kategorie 1 und 2): 48 Monate
  • Antragstellung ist einmal jährlich möglich
  • Spätestens 6 Wochen vor Frist werden die Antragsunterlagen veröffentlicht
  • Auswahlergebnisse sind jeweils im März des Folgejahres zu erwarten
  • Projektstart:
    Kleine Projekte: zwischen Mai und Dezember des Jahrs nach Antragstellung
    Große Projekte: zwischen Juni und Dezember des Jahrs nach Antragstellung

Gut zu wissen
Fällt die Einreichfrist auf einen Feiertag im Land des Antragstellers wird keine Verlängerung gewährt.
Verschiebungen der Einreichfristen sind möglich, so dass Sie in jedem Fall die aktuellen Meldungen des CED Kultur (z.B. Newsletter) und der EACEA verfolgen sollten.

Wo und wie bewerbe ich mich?

Die Projektanträge werden bei der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (kurz EACEA) in Brüssel eingereicht, die die Förderung durch Kreatives Europa verwaltet. Die Adresse sowie Informationen zu den einzureichenden Dokumenten sind den jeweils aktuellen Antragsunterlagen zu entnehmen: Insbesondere die sogenannten „Guidelines“ (Leitfaden zum Förderbereich), die mit der Ausschreibung veröffentlicht werden, sind die Pflichtlektüre für alle Antragsteller. Sie geben Aufschluss über alles Wissenswerte zum Förderbereich (förderfähige Kosten, Checkliste einzureichender Dokumente, Erklärungen zu den Programmprioritäten und Auswahlkriterien).

Gut zu wissen
Die Antragsunterlagen werden ca. 3 Monate vor der Einreichfrist von der EACEA hier veröffentlicht. Zur ersten Orientierung empfehlen wir, die vergangenen Ausschreibungsunterlagen als Muster durchzusehen. Diese finden Sie, zusammen mit den aktuellen Ausschreibungen, im rechten Menufenster.

EU-Login und PIC-Registrierung

Um einen Antrag in Kreatives Europa KULTUR stellen zu können, müssen sowohl die antragstellende Einrichtung als auch alle Partner sich einen sogenannten „Participant Identification Code“, eine neunstellige Nummer (kurz „PIC“) zulegen. Wozu der PIC gebraucht wird und wie er angelegt wird, ist nachfolgend erklärt:

Schritt 1: EU-Login-Account anlegen
Legen Sie ein Nutzerkonto bei EU-Login an. Sie erhalten dann einen Nutzernamen und ein Kennwort.
Hier legen Sie einen EU-Login-Account an

Schritt 2: PIC-Nummer anlegen
Mit den Login-Daten können Sie sich im Participant Portal/ Teilnehmerportal der Europäischen Kommission anmelden und Ihre Einrichtung registrieren („Organisations“ --> „Register“). Damit erhalten Sie Ihre PIC-Nummer. Mit dem PIC werden einige Informationen zu Ihrer Einrichtung gespeichert (z.B. Adresse), die dann automatisch im Online-Antragsformular (eform) übernommen werden.
Jede Organisation benötigt während der gesamten Programmlaufzeit bis 2020 nur einen PIC. Dieser kann/muss auch für die Antragstellung in anderen EU-Programmen verwendet werden. Wenn Ihre Organisation also durch eine vorherige Antragstellung im Programm Kreatives Europa oder einem anderen EU-Programm (z.B. dem Forschungsprogramm, dem Bürgerschaftsprogramm) einen PIC hat, muss dieser auch weiter verwendet werden.
Hier geht es zum Participant Portal

Schritt 3: Online-Antragsformular eForm erstellen
Die Antragsunterlagen sind in der Regel 3 Monate vor der Einreichfrist verfügbar und werden auf der Seite der EACEA veröffentlicht. Um das eform erstellen zu können, benötigen Sie den PIC aller beteiligten Partner.
Zugang zu den eForms

ACHTUNG: Zusätzlich zum Antragsformular eForm müssen noch eine Reihe weiterer Unterlagen eingereicht werden. Bitte beachten Sie hierfür die Guidelines, die mit jedem Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen (Call for Proposals) veröffentlicht werden. Besonders hilfreich ist hierfür die Checkliste auf der letzten Seite der Guidelines.
Hier geht es zu den Antragsunterlagen der aktuellen Runde

Wie wird der Antrag bewertet?

  1. Relevanz: Inwiefern trägt das Projekt zur Erfüllung der oben genannten Programmprioritäten bei?
  2. Qualität von Inhalt und Aktivitäten: Wie durchdacht ist die Planung? Tragen die geplanten Aktivitäten zur Umsetzung der Programmprioritäten und der Projektziele bei?
  3. Kommunikation und Verbreitung: Wie wird über das Projekt nach außen kommuniziert? Wie werden die Projektergebnisse und –Aktivitäten verbreitet?
  4. Qualität der Partnerschaft: Wie solide ist die Zusammenarbeit? Gibt es gut durchdachte Arbeitsstrukturen?


Auch die finanzielle und die operationelle Leistungsfähigkeit des Antragstellers wird bewertet: Verfügt er über die benötigten fachlichen, personellen und finanziellen Ressourcen, um das Projekt durchzuführen?

Gut zu wissen
Die Projekte werden nach einem mehrstufigen Verfahren, an dem Vertreter der EACEA, der Generaldirektion Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission (GD EAC) und Experten aus den am Programm teilnehmenden Ländern beteiligt sind, ausgewählt. Interessierte können sich als nationale Experten auf den Aufruf zur Expertensuche bewerben.

Kooperationsprojekte zum Kulturerbejahr 2018

Die dritte Kategorie wird nur einmalig im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 ausgeschrieben.

Förderfähig sind nur Projekte, die sich mit dem Europäischen Kulturerbe beschäftigen und folgende Ziele verfolgen (mind. 1 Ziel):

1) Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühl zu einem Europäischen Raum

2) Förderung von kulturellem Erbe als Inspirationsquelle für zeitgenössiche Werke und Stärkung der Beziehungen zwischen den Sektoren des kulturellen Erbes und der Kultur- und Kreativwirtschaft

Antragsberechtigt sind juristische Personen aus der Kultur- und Kreativbranche. Forschungseinrichtungen, wie Universitäten und forschungsorientierte Stiftungen, Vereine sowie Tourismusorganisationen sind nicht als Projektkoordinatoren antragsberechtigt, sondern können nur als Partner am Projekt beteiligt sein.

Außerdem werden nur Projekte mit einer Laufzeit von max. 24 Monaten gefördert.

 

 

Projektbeispiele

Beschreibungen und Neues aus geförderten Projekten mit deutscher Beteiligung haben wir für Sie zusammengestellt. Kurzbeschreibungen aller durch Kreatives Europa geförderten Projekte können in der Projektdatenbank Dissemination Platform der Europäischen Kommission eingesehen werden. Dort sind auch die Projekte des Vorgängerprogramms KULTUR (2007-2013) zu finden.