Europäische Netzwerke

Europäische Netzwerke sollen als eine Art europäischer Verband eine Kultursparte vertreten und die grenzübergreifende Vernetzung innerhalb ihres Bereichs unterstützen. Sie sollen den Kapazitätenaufbau in ihrem Bereich unterstützen, indem sie z.B. ihre Mitglieder professionalisieren („business to business“). Ein Netzwerk muss mindestens 15 Mitglieder (member organisations) aus mindestens 10 am Programm teilnahmeberechtigten Ländern haben.

Bitte beachten Sie:
Die folgenden Angaben dienen der ersten Orientierung. Detailliertere Informationen zum Förderbereich finden Sie im Programmleitfaden („Guidelines"), der mit den Antragsunterlagen veröffentlicht wird.

Was wird gefördert?

  • Kapazitätenaufbau: Vermittlung von neuen Kompetenzen an die Mitglieder (z.B. zu Digitalisierung, Publikumsentwicklung sowie neuen Geschäfts- und Managementmodellen), um Herausforderungen und Veränderungen in der vom Netzwerk vertretenen Kultursparte besser begegnen zu können (peer learning, Austausch, Sensibilisierung für wichtige Themen)
  • Netzwerke als Multiplikatoren: Erarbeitung und Verbreitung von relevantem Wissen (z.B. Erhebung vonKulturstatistiken)
  • Stärkung der internationalen Zusammenarbeit durch Zusammenbringen von professionellen Vertretern und Einrichtungen aus der vertretenen Kultursparte
  • Interessensvertreter und Ansprechpartner gegenüber den europäischen Institutionen
  • Geographische Reichweite: Netzwerke sollten Mitglieder in möglichst vielen am Programm teilnehmenden Ländern haben
  • Langfristigkeit und Nachhaltigkeit der Vernetzungsstrukturen
  • Netzwerke, die ausschließlich Mitglieder aus dem audiovisuellen Bereich haben, sind NICHT förderfähig.

Gut zu wissen
Um ein tieferes Verständnis für Netzwerke zu erlangen, empfehlen wir, Beschreibungen bereits geförderter Projekte zu studieren.

Wer kann beantragen?

Die formellen Bedingungen sind hier zusammengefasst. Das antragstellende Netzwerk muss diese Bedingungen erfüllen.

Zusätzliche Auflagen:
Mindestens fünf Netzwerkmitglieder müssen ihren Sitz in einem EU-Mitgliedstaat oder in den EWR-Ländern Island und Norwegen haben.

Wie viel kann die EU bezuschussen?

Es handelt sich um eine Ko-Finanzierung.

  • Projekte können mit maximal 80% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden.
  • Für jedes Förderjahr kann der Zuschuss maximal 250.000 Euro betragen.
  • Die verbleibenden 20% der Projektkosten müssen aus anderen Quellen finanziert werden

Zeitplan

  • Projektlaufzeit: je nach Ausschreibung 3 oder 4 Jahre
  • Während der Programmlaufzeit gibt es nur zwei Ausschreibungen (die letzte 2016 für eine vierjährige Laufzeit)
  • Spätestens 6 Wochen vor Frist werden die Ausschreibungsunterlagen veröffentlicht
  • Auswahlergebnisse für die letzte Einreichung sind im März 2017 zu erwarten
  • Der Projektstart kann zwischen Juni und Dezember 2017 liegen

Gut zu wissen
Fällt die Einreichfrist auf einen Feiertag im Land des Antragstellers wird keine Verlängerung gewährt.
Verschiebungen der Einreichfristen sind möglich, so dass Sie in jedem Fall die aktuellen Meldungen des CED Kultur (z.B. Newsletter) und der EACEA verfolgen sollten.

Wo und wie bewerbe ich mich?

Die Projektanträge werden bei der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (kurz EACEA) in Brüssel eingereicht, die die Förderung durch Kreatives Europa verwaltet. Die Adresse sowie Informationen zu den einzureichenden Dokumenten sind den jeweils aktuellen Antragsunterlagen zu entnehmen: Insbesondere die sogenannten „Guidelines“ (Leitfaden zum Förderbereich), die mit der Ausschreibung veröffentlicht werden, sind die Pflichtlektüre für alle Antragsteller. Sie geben Aufschluss über alles Wissenswerte zum Förderbereich (förderfähige Kosten, Checkliste einzureichender Dokumente, Erklärungen zu den Programmprioritäten und Auswahlkriterien).

Gut zu wissen
Die Antragsunterlagen werden ca. 3 Monate vor der Einreichfrist von der EACEA hier veröffentlicht. Zur ersten Orientierung empfehlen wir, die vergangenen Ausschreibungsunterlagen als Muster durchzusehen. Diese finden Sie, zusammen mit den aktuellen Ausschreibungen, im rechten Menufenster.

EU-Login und PIC-Registrierung

Um einen Antrag in Kreatives Europa KULTUR stellen zu können, muss das Netzwerk (oder jetzt neuerdings nur die Trägerorganisation?) sich einen sogenannten „Participant Identification Code“, eine neunstellige Nummer (kurz „PIC“) zulegen. Wozu der PIC gebraucht wird und wie er angelegt wird, ist nachfolgend erklärt:

Schritt 1: EU-Login-Account anlegen
Legen Sie ein Nutzerkonto bei EU-Login an. Sie erhalten dann einen Nutzernamen und ein Kennwort.
Hier legen Sie einen EU-Login-Account an

Schritt 2: PIC-Nummer anlegen
Mit den Login-Daten können Sie sich im Participant Portal/ Teilnehmerportal der Europäischen Kommission anmelden und Ihre Einrichtung registrieren („Organisations“ --> „Register“). Damit erhalten Sie Ihre PIC-Nummer. Mit dem PIC werden einige Informationen zu Ihrer Einrichtung gespeichert (z.B. Adresse), die dann automatisch im Online-Antragsformular (eform) übernommen werden.
Jede Organisation benötigt während der gesamten Programmlaufzeit bis 2020 nur einen PIC. Dieser kann/muss auch für die Antragstellung in anderen EU-Programmen verwendet werden. Wenn Ihre Organisation also durch eine vorherige Antragstellung im Programm Kreatives Europa oder einem anderen EU-Programm (z.B. dem Forschungsprogramm, dem Bürgerschaftsprogramm) einen PIC hat, muss dieser auch weiter verwendet werden.
Hier geht es zum Participant Portal

Schritt 3: Online-Antragsformular eForm erstellen
Die Antragsunterlagen sind in der Regel 3 Monate vor der Einreichfrist verfügbar und werden auf der Seite der EACEA veröffentlicht. Um das eform erstellen zu können, benötigen Sie den PIC des Netzwerks.
Zugang zu den eForms

ACHTUNG: Zusätzlich zum Antragsformular eForm müssen noch eine Reihe weiterer Unterlagen eingereicht werden. Bitte beachten Sie hierfür die Guidelines, die mit jedem Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen (Call for Proposals) veröffentlicht werden. Besonders hilfreich ist hierfür die Checkliste auf der letzten Seite der Guidelines.
Hier geht es zu den Antragsunterlagen der letzten Runde

Wie wird der Antrag bewertet?

  1. Relevanz: Inwiefern trägt das Projekt zur Erfüllung der oben genannten Ziele des Förderbereichs bei?
  2. Qualität von Inhalt und Aktivitäten: Wie wird das Projekt umgesetzt? Tragen die geplanten Aktivitäten zur Umsetzung der Förderbereichsziele und der Projektziele bei?
  3. Kommunikation und Verbreitung: Welchen Ansatz verfolgt das Netzwerk bei der Kommunikation seiner Aktivitäten? Wie werden Wissen und Erfahrungen grenzübergreifend und innerhalb der angesprochenen Kultursparte verbreitet?
  4. Qualität des Netzwerks: Wie repräsentativ und stabil ist das Netzwerk?

Auch die finanzielle und die operationelle Leistungsfähigkeit des Netzwerks wird bewertet: Verfügt es über die benötigten fachlichen, personellen und finanziellen Ressourcen, um das Projekt durchzuführen? 

Gut zu wissen
Die Projekte werden nach einem mehrstufigen Verfahren, an dem Vertreter der EACEA, der Generaldirektion Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission (GD EAC) und Experten aus den am Programm teilnehmenden Ländern beteiligt sind, ausgewählt. Interessierte können sich als nationale Experten auf den Aufruf zur Expertensuche bewerben.

Projektbeispiele

Beschreibungen und Neues aus geförderten Projekten mit deutscher Beteiligung haben wir für Sie zusammengestellt. Kurzbeschreibungen aller durch Kreatives Europa geförderten Projekte können in der Projektdatenbank Dissemination Platform der Europäischen Kommission eingesehen werden. Dort sind auch die Projekte des Vorgängerprogramms KULTUR (2007-2013) zu finden.