Relating Forests
Angesichts der Klimakrise und des Verlusts der Artenvielfallt ist es an der Zeit, die Beziehung der Menschen zu Natur zu überdenken und neu zu gestalten. Dieser dringenden Aufgabe widmet sich das Projekt Relating Forests. Drei Kulturorganisationen aus Frankreich Norwegen und Deutschland kommen dabei zusammen, um ein neues Bewusstsein für ökologische Herausforderungen zu schaffen und anthropozentrische Perspektiven zu überwinden.
Mit Schwerpunkt auf interdisziplinärer Zusammenarbeit konzentriert sich das Projekt darauf, durch die Erforschung von Vorstellungswelten die Beziehung zwischen Natur und Kultur neu zu denken. Dafür verbinden die teilnehmenden Künstler*innen europäische Mythen und traditionelle Rituale mit zeitgenössischen künstlerischen und wissenschaftlichen Ansätzen. Neben drei Kulturinstitutionen gestalten vier assoziierte Künstler*innen aus den Bereichen Maskentheater, Klangarbeit, Performance und Storytelling das Projekt aktiv mit. Der Ansatz zielt darauf ab, durch eine kritische Reflexion der Beziehung zwischen Mensch und Natur emotional sowie intellektuell ansprechende künstlerische Vorschläge zu entwickeln.
Das Projekt umfasst eine kreative Online-Veranstaltung mit theoretischen Impulsen und einem Schwerpunkt auf Methodik, gefolgt von regelmäßigen künstlerischen Online-Treffen und drei partizipativen Workshops in Frankreich, Deutschland und Norwegen. Im Rahmen der Workshops finden sowohl ästhetische Erkundungen im Wald als auch Austausch mit lokalen Expert*innen und Bewohner*innen der jeweiligen Region statt. Die experimentellen Workshops sind erfahrungsorientiert und fördern den interdisziplinären und intellektuellen Austausch im Freien. Kollektive künstlerische Vorschläge werden dabei verschiedenen Zielgruppen vorgestellt. Die übergeordneten Fragen drehen sich um die Erforschung kreativer Strategien inmitten des Klimawandels, um die Beziehungen und Narrative zwischen Mensch und Wald neu zu sensibilisieren. Durch gezielte Übungen und Spiele können die Teilnehmenden der Workshops in direkten Kontakt mit Bäumen, Pflanzen und kleinen Waldwesen treten. Die sinnlichen Begegnungen, die durchs Riechen, Fühlen und Lauschen entstehen, schaffen dabei Raum, um eigene Vorstellungen zu hinterfragen. Welche Namen haben wir für den Wald und was verbinden wir mit der Natur und dem Aufenthalt darin?
Das Projekt Relating Forest setzt sich zum Ziel, ein tieferes Verständnis für die Rolle von Mythen und Ritualen in unserer Beziehung zur Natur zu entwickeln. Sowohl in Online-Treffen als auch in den Workshops vor Ort wird gemeinsam erforscht, wie diese Elemente genutzt werden können, um das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu schärfen und einen Wandel in unserem Denken anzuregen.
- Projektkoordination:
Theatre Fragile (DE) - Partner:
Cultures Eco Actives (FR) /// NOBA (NO) - Förderbereich:
Kleines Kooperationsprojekt - Fördersumme:
200.000 Euro - Gesamtdauer:
2024-2026





Bilder: © Linnea Syversen