Re:Create Europe
Europa verfügt über eine vielfältige und lebendige Kulturlandschaft – doch die künstlerische Freiheit und institutionelle Autonomie stehen zunehmend unter Druck. Krieg und Aggression, politische Instrumentalisierung, wirtschaftliche Unsicherheit, die Klimakrise und ein schrumpfender zivilgesellschaftlicher Raum stellen Künstler:innen und Kulturtätige vor wachsende Herausforderungen. Besonders die junge Generation sieht sich mit wachsender Instabilität, Zensur und Überlastung konfrontiert.
Re:Create Europe ist die gemeinsame Antwort von zehn europäischen Partnerorganisationen – Mitglieder des Netzwerks der Europäischen Allianz der Akademien – auf diese Entwicklungen. Das Projekt stärkt aufstrebende Künstler:innen und Kulturtätige durch Mobilitätsprogramme, Webinar-Reihen, Blended-Learning-Formate, Residenzen, internationale Konferenzen und grenzübergreifenden Austausch. Ein öffentlicher digitaler Atlas macht Bedrohungen der künstlerischen Freiheit in ganz Europa sichtbar und vermittelt Strategien, Wissen und Erfahrungen für einen resilienten Kulturbetrieb.
Dabei versteht Re:Create Europe Resilienz nicht nur als Anpassung und die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, sondern auch als kulturelle, ethische und zivilgesellschaftliche Verantwortung. Das Projekt schafft Räume für gemeinsames Lernen, internationale Solidarität und langfristige Zusammenarbeit – damit Kunst und Kreativität auch unter schwierigen Bedingungen frei und selbstbestimmt bleiben können.
In jedem Projektjahr steht eine andere zentrale Herausforderung im Mittelpunkt:
2026: Wandel der Kulturpolitik
Das Projekt untersucht historische Entwicklungen und aktuelle künstlerische Strategien im Umgang mit politischem Wandel. Daraus sollen Erkenntnisse für den heutigen Umgang mit kulturpolitischen Veränderungen gewonnen werden.
2027: Wiederaufbau nach Krieg und Aggression
Der Schwerpunkt liegt auf der Ukraine und der Frage, wie kulturelle Einrichtungen unter den Bedingungen von Krieg und Aggression handlungsfähig bleiben können. Zugleich geht es um die Unterstützung des kulturellen und gesellschaftlichen Wiederaufbaus sowie um die Bedürfnisse von Künstler:innen und Kulturtätigen – einschließlich Fragen der mentalen Gesundheit.
2028: Wirtschaftliche Bedrohungen
Kunst braucht nicht nur Freiheit, sondern auch Ressourcen. Re:Create Europe untersucht, wie ein fairer Zugang zu Ressourcen gesichert werden kann und welche kulturpolitischen Veränderungen dafür auf lokaler und europäischer Ebene notwendig sind.
2029: Klima- und Umweltwandel
Im Fokus stehen zum einen die Auswirkungen der Klimakrise auf Kunst und Kultur sowie auf das künstlerische Schaffen. Zum anderen untersucht das Projekt das Potenzial des Kunst- und Kultursektors, aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Dabei geht es auch um die Frage, wie ökologische Nachhaltigkeit mit künstlerischer Freiheit verbunden und nachhaltige Praktiken im Kulturbereich gestärkt werden können.
- Projektkoordination:
Akademie der Künste (DE) - Partner:
Círculo de Bellas Artes (ES) /// HRVATSKO DRUŠTVO LIKOVNIH UMJETNIKA (HR) /// Natsionalna hudozhestvena akademia (BG) /// Asociația Română de Artă Contemporană (RO) /// Arts Council Malta (MT) /// Vysoká škola výtvarných umení v Bratislave (SK) /// National Academy of Arts of Ukraine – National Branch Academy of Sciences (UA) /// Stowarzyszenie Willa Decjusza (PL) /// Szépírók Társasága Egyesülete (HU) - Förderbereich:
Großes Kooperationsprojekt - Fördersumme:
1.056.887,36 Euro - Gesamtdauer:
2026-2030