Literaturübersetzungen

+++ Die nachfolgenden Informationen wurden am 27.05.2021 aktualisiert und stützen sich auf das Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission für das Programm Kreatives Europa. Weitere Details zum Förderbereich Literaturübersetzungen und der anstehenden Ausschreibung folgen voraussichtlich im Juni 2021. +++

Verlage oder Verlagsgruppen können Buchpakete von mehreren belletristischen Werken von europäischen Autor:innen zur Übersetzung von einer Amtssprache der am Programm teilnehmenden Länder in eine andere vorschlagen. Ziel dieser Förderung ist die möglichst weitreichende, länderübergreifende Verbreitung literarischer Werke, die mittels Übersetzung einer größeren europäischen Leser:innenschaft zugänglich gemacht werden. Gefragt ist ein strategisches Vorgehen bei Übersetzung, Verbreitung und Bewerbung.

Was wird gefördert?

Verlage können für die Übersetzung, Veröffentlichung und Promotion von Buchpaketen mit belletristischen Werken einen Förderzuschuss beantragen.

Es gibt zwei Projektkategorien:

  • Kategorie 1: Das Projekt wird von einer antragsberechtigten Organisation beantragt und durchgeführt.
  • Kategorie 2: Das Projekt wird von einem Konsortium aus mindestens zwei antragsberechtigten Organisationen beantragt und durchgeführt.

In beiden Kategorien gibt es drei verschiedene Projektgrößen:

  • Kleine Literaturprojekte: pro Projekt werden 5-10 belletristische Werke in bis zu drei Jahren übersetzt, beworben und vertrieben
  • Mittlere Literaturprojekte: pro Projekt werden 11-20 belletristische Werke in bis zu drei Jahren übersetzt, bewordben und vertrieben
  • Große Literaturprojekte: pro Projekt werden mindestens 21 belletristische Werke in bis zu drei Jahren übersetzt, beworben und vertrieben

Förderfähige Sprachen

  • Die Ausgangs- und die Zielsprache der übersetzten Werke müssen offiziell anerkannte Sprachen in den am Programm KREATIVES EUROPA KULTUR  teilnahmeberechtigten Ländern sein und
  • entweder die Ausgangs- oder die Zielsprache muss eine Sprache sein, die in den 27 EU-Ländern und den EFTA/EWR Ländern (Norwegen und Island) amtlich anerkannt ist
  • Übersetzungen aus dem Lateinischen oder Altgriechischen sind ebenfalls förderfähig

Förderfähige Werke

  • belletristische Werke von hohem literarischen Wert
  • Werke auf Papier, im digitalen Format (E-Books) und Hörbücher
  • das Werk wurde in der Originalsprache bereits veröffentlicht
  • das Werk wurde noch nicht in die Zielsprache übersetzt (Ausnahme: wenn eine neue Übersetzung gerechtfertigt ist)
  • die Autor:innen müssen Staatsbürger:innen oder Einwohner:innen eines teilnahmeberechtigten Landes sein
  • die Übersetzer:innen müssen Muttersprachler:innen der Zielsprache sein (Ausnahme: im Falle von weniger verbreiteten Sprachen mit gesonderter Begründung)

Folgende Übersetzungsprojekte haben Priorität:

  • Übersetzungen von weniger verbreiteten Sprachen ins Deutsche, Englische, Französische, Italienische und Spanische
  • Übersetzungen von bisher wenig vertretenen belletristischen Genres (Kinder- und Jugendliteratur, Poesie, Kurzgeschichten, Comics, Radio- und Theaterstücke)

Worum es auch geht:

  • Strategischer Vertrieb: Möglichst weitreichende länderübergreifende Verbreitung literarischer Werke von hoher Qualität, insbesondere durch neue Vertriebs- und Werbestrategien mit digitalen Mitteln
  • Strategische Öffentlichkeitsarbeit
  • Verbesserung des Zugangs zu europäischen literarischen Werken für ein möglichst großes Publikum
  • Wertschätzung des Übersetzer:innenberufs
  • stärkere Kooperation zwischen Autor:innen, Übersetzer:innen, Verlagen,Vertrieb, Buchhändler:innen, Festivals

Hinweis: Die Übersetzung von Sachbüchern ist NICHT förderfähig

Wer kann beantragen?

Die antragstellenden Organisationen müssen:

 

  • Verleger:innen oder Verlage sein, die in einem der am Teilprogramm KULTUR beteiligten Länder niedergelassen sind,
  • eine Rechtspersönlichkeit besitzen,
  • seit mindestens 2 Jahren vor dem Tag der Einreichungsfrist existieren und
  • die antragstellende Organisation muss eine Verlagstätigkeit nachweisen können.

Die formellen Bedingungen sind hier zusammengefasst. Der antragstellende Verlag muss diese Auflagen erfüllen.

Hinweis: Natürliche Personen sind keine förderberechtigten Antragsteller:innen und können daher keine Bewerbung auf Finanzhilfe einreichen.

Wie viel kann die EU bezuschussen?

Es handelt sich um eine Ko-Finanzierung von maximal 60% der förderfähigen Gesamtkosten. Dies gilt sowohl für Projekte, die von einer antragstellenden Organisation beantragt werden (Kategorie 1), als auch solche, die von einem Partnerkonsortium (Kategorie 2) organisiert werden. Die verbleibenden 40% müssen seitens der Antragsteller:innen aufgebracht werden.

Generell gibt es drei verschiedene Projekt- und Zuschussgrößen:

  • Kleine Literaturprojekte können für die Gesamtlaufzeit des Projektes einen Zuschuss von bis zu 100.000 Euro bekommen.
  • Mittlere Literaturprojekte können für die Gesamtlaufzeit des Projekts einen Zuschuss von maximal 200.000 Euro erhalten.
  • Große Literaturprojekte können für die Gesamtlaufzeit des Projektes einen Zuschuss von höchstens 300.000 Euro erhalten.

Zeitplan

Maximale Projektlaufzeit: 36 Monate

Die Antragstellung ist ist in der Regel einmal jährlich möglich.

Gut zu wissen
Fällt die Einreichfrist auf einen Feiertag im Land des Antragstellers wird keine Verlängerung gewährt. Verschiebungen der Einreichfristen sind möglich, so dass Sie in jedem Fall die aktuellen Meldungen des CED Kultur (z.B. Newsletter) und der EACEA verfolgen sollten.

Wie und wo bewerbe ich mich?

Die Antragstellung erfolgt über das Funding and Tenders Opportunities Portal. Weitere Hinweise und Tipps folgen, sobald die Ausschreibung veröffentlich wurde.

Wie wird der Antrag bewertet?

  1. Relevanz: Inwiefern trägt das Projekt zur Erfüllung der oben genannten Ziele des Förderbereichs bei?
  2. Qualität von Inhalt und Aktivitäten: Wie wird das Projekt umgesetzt?
  3. Verbreitung und Kommunikation: Wie werden die übersetzten Werke verbreitet und beworben?
  4. Projektmanagement

 

Auch die finanzielle und die operationelle Leistungsfähigkeit des Verlags wird bewertet: Verfügt er über die benötigten fachlichen, personellen und finanziellen Ressourcen, um das Projekt durchzuführen?

Gut zu wissen
Die Projekte werden nach einem mehrstufigen Verfahren, an dem Vertreter:innen der EACEA, der Generaldirektion Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission (DG EAC) und Expert:innen aus den am Programm teilnehmenden Ländern beteiligt sind, ausgewählt. Interessierte können sich als nationale Expert:innen auf den Aufruf zur Expertensuche bewerben.

Bitte beachten Sie: Die Angaben auf dieser Website dienen der ersten Orientierung. Detailliertere Informationen zum Förderbereich finden Sie im Programmleitfaden („Guidelines"), der mit den Antragsunterlagen auf der Website der EACEA veröffentlicht wird.

Ergebnisse 2020

Rund 60 Übersetzungsprojekte von Verlagen aus 25 Ländern wurden zur Förderung ausgewählt. Aus Deutschland werden in diesem Jahr der Reprodukt Verlag mit dem Projekt „European Graphic Novels – Feminist Perspectives, Cultural Identities ans Generational Conflicts” und der Verlag Voland und Quist mit dem Projekt „Bridging Europe and the British Isles” gefördert.

Ergebnisse 2019

52 Projekte mit knapp 400 geplanten Übersetzungen wurden zur Förderung ausgewählt. In diesem Jahr waren die deutschen Antragsteller*innen besonders erfolgreich: von vier eingereichten Anträgen wurden drei bewilligt. Die Förderung erhalten der homunculus verlag, der Schenk Verlag und der eta Verlag.

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