Literaturübersetzungen

Verlage oder Verlagsgruppen können Buchpakete von mehreren belletristischen Werken von europäischen Autor*innen zur Übersetzung von einer Amtssprache der am Programm teilnehmenden Länder in eine andere vorschlagen. Ziel dieser Förderung ist die möglichst weitreichende, länderübergreifende Verbreitung literarischer Werke, die mittels Übersetzung einer größeren europäischen Leser*innenschaft zugänglich gemacht werden. Gefragt ist ein strategisches Vorgehen bei Übersetzung, Verbreitung und Bewerbung.

Aktuell: Änderungen in der Ausschreibung 2019

  • Verlage, die bereits eine Förderung durch KREATIVES EUROPA KULTUR für ein Übersetzungsprojekt erhalten, welches zum Projektstart des neuen Projekts noch nicht offiziell abgeschlossen sein wird, sind nicht antragsberechtigt
  • Der Projektstart darf nicht vor dem 1. Januar 2020 beginnen und der Projektstart muss zwischen Januar und März 2020 liegen
  • erstmalig sind auch Hörbücher förderfähig

Was wird gefördert?

Verlage können für die Übersetzung, Veröffentlichung und Promotion von Buchpaketen mit belletristischen Werken einen Förderzuschuss beantragen.

Es gibt zwei Projektkategorien:

  • Zweijährige Übersetzungsprojekte (Kategorie 1): pro Projekt werden 3-10 belletristische Werke über einen Zeitraum von zwei Jahren übersetzt, beworben und vertrieben
  • Mehrjährige Übersetzungsprojekte (Kategorie 2): pro Jahr werden 5-10 belletristische Werke über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren übersetzt, beworben und vertrieben

Förderfähige Sprachen

  • Die Ausgangs- und die Zielsprache der übersetzten Werke müssen offiziell anerkannte Sprachen in den am Programm KREATIVES EUROPA KULTUR  teilnahmeberechtigten Ländern sein und
  • entweder die Ausgangs- oder die Zielsprache muss eine Sprache sein, die in den 28 EU-Ländern und den EFTA/EWR Ländern (Norwegen und Island) amtlich anerkannt ist.

Förderfähige Werke

  • belletristische Werke von hohem literarischen Wert
  • Werke auf Papier, im digitalen Format (E-Books) und Hörbücher
  • das Werk wurde in der Originalsprache bereits veröffentlicht,
  • das Werk wurde noch nicht in die Zielsprache übersetzt (Ausnahme: wenn eine neue Übersetzung gerechtfertigt ist)
  • die Autor*innen müssen Staatsbürger*innen oder Einwohner*innen eines teilnahmeberechtigten Landes sein

Folgende Übersetzungsprojekte haben Priorität:

  • Übersetzungen von weniger verbreiteten Sprachen ins Englische, Französische, Deutsche und Spanische
  • Übersetzungen von bisher wenig vertreten belletristischen Genres (Kinder- und Jugendliteratur, Poesie, Kurzgeschichten, Comics)
  • Zur Übersetzung eingereichte Buchpakete, die Werke enthalten, die mit dem European Prize for Literature (EUPL) ausgezeichnet worden sind

Worum es auch geht:

  • Strategischer Vertrieb: Möglichst weitreichende länderübergreifende Verbreitung literarischer Werke von hoher Qualität, insbesondere durch neue Vertriebs- und Werbestrategien mit digitalen Mitteln
  • Strategische Öffentlichkeitsarbeit
  • Verbesserung des Zugangs zu europäischen literarischen Werken für ein möglichst großes Publikum
  • Wertschätzung des Übersetzer*innenberufs

Hinweis: Die Übersetzung von Sachbüchern ist NICHT förderfähig

Wer kann beantragen?

Die antragstellenden Organisationen müssen:

 

  • Verleger*innen oder Verlage sein, die in einem der am Teilprogramm KULTUR beteiligten Länder niedergelassen sind,
  • eine Rechtspersönlichkeit besitzen,
  • seit mindestens 2 Jahren vor dem Tag der Einreichungsfrist existieren und
  • die antragstellende Organisation muss eine Verlagstätigkeit nachweisen können.

Die formellen Bedingungen sind hier zusammengefasst. Der antragstellende Verlag muss diese Auflagen erfüllen.

Hinweis: Natürliche Personen sind keine förderberechtigten Antragsteller*innen und können daher keine Bewerbung auf Finanzhilfe einreichen.

Wie viel kann die EU bezuschussen?

Es handelt sich um eine Ko-Finanzierung

  • Zweijährige Projekte können mit maximal 50% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts kann der Zuschuss maximal 100.000 Euro betragen. Die verbleibenden 50% müssen vom Antragsteller aufgebracht werden.
  • Mehrjährige Projekte können mit maximal 50% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts kann der Zuschuss maximal 100.000 Euro pro Jahr betragen. Die verbleibenden 50% müssen vom Antragsteller aufgebracht werden.

Zeitplan

Maximale Projektlaufzeit:

  • Zweijährige Projekte: 24 Monate
  • Mehrjährige Projekte: je nach Ausschreibung 3 oder 4 Jahre

Die Antragstellung für zweijährige Projekte ist i.d. R. einmal jährlich möglich. Für mehrjährige Projekte gibt es nur zwei Ausschreibungen während der Programmlaufzeit (2014-2020). Die letzte Ausschreibung für eine vierjährige Laufzeit war 2018.

Es gilt:

  • Die Ausschreibungen erscheinen i.d. R. im Frühjahr
  • Die Einreichfrist hängt von dem Tag der Ausschreibung ab: die Deadline wird in der Regel 6 bis 8 Wochen nach der Veröffentlichung der Ausschreibungsunterlagen angesetzt
  • Der Projektstart liegt im Jahr nach Antragstellung

Gut zu wissen
Fällt die Einreichfrist auf einen Feiertag im Land des Antragstellers wird keine Verlängerung gewährt. Verschiebungen der Einreichfristen sind möglich, so dass Sie in jedem Fall die aktuellen Meldungen des CED Kultur (z.B. Newsletter) und der EACEA verfolgen sollten.

Wo und wie bewerbe ich mich?

Die Projektanträge werden online bei der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (kurz EACEA) in Brüssel eingereicht, die die Förderung durch Kreatives Europa verwaltet. Alle Informationen zum Antrag sind den jeweils aktuellen Antragsunterlagen zu entnehmen: Insbesondere die sogenannten „Guidelines“ (Leitfaden zum Förderbereich), die mit der Ausschreibung veröffentlicht werden, sind Pflichtlektüre für alle Antragsteller. Sie geben Aufschluss über alles Wissenswerte zum Förderbereich (förderfähige Kosten, Checkliste einzureichender Dokumente, Erklärungen zu den Programmprioritäten und Auswahlkriterien).

Gut zu wissen
Die Antragsunterlagen werden ca. 2 Monate vor der Einreichfrist von der EACEA hier veröffentlicht. Zur ersten Orientierung empfehlen wir, die vergangenen Ausschreibungsunterlagen als Muster durchzusehen. Diese finden Sie, zusammen mit den aktuellen Ausschreibungen, im rechten Menüfenster.

EU-Login und PIC-Registrierung

Um einen Antrag (eForm) in Kreatives Europa KULTUR stellen zu können, muss der antragstellende Verlag sich einen sogenannten „Participant Identification Code“, eine neunstellige Nummer (kurz „PIC“) zulegen. Wozu der PIC gebraucht wird und wie er angelegt wird, ist nachfolgend erklärt:

Schritt 1: EU-Login-Account anlegen
Legen Sie ein Nutzerkonto bei EU-Login an. Sie erhalten dann einen Nutzernamen und ein Kennwort.
Hier legen Sie einen EU-Login-Account an

Schritt 2: PIC-Nummer anlegen
Mit den Login-Daten können Sie sich im Participant Portal/ Teilnehmer*innenportal der Europäischen Kommission anmelden und Ihre Einrichtung registrieren („Organisations“ --> „Register“). Damit erhalten Sie Ihre PIC-Nummer. Mit dem PIC werden einige Informationen zu Ihrer Einrichtung gespeichert (z.B. Adresse), die dann automatisch im Online-Antragsformular (eForm) übernommen werden.
Jede Organisation benötigt während der gesamten Programmlaufzeit bis 2020 nur einen PIC. Dieser kann/muss auch für die Antragstellung in anderen EU-Programmen verwendet werden. Wenn Ihre Organisation also durch eine vorherige Antragstellung im Programm Kreatives Europa oder einem anderen EU-Programm (z.B. dem Forschungsprogramm, dem Bürgerschaftsprogramm) einen PIC hat, muss dieser auch weiter verwendet werden.
Hier geht es zum Participant Portal

Schritt 3: Online-Antragsformular eForm erstellen
Die Antragsunterlagen sind in der Regel 2 Monate vor der Einreichfrist verfügbar und werden auf der Seite der EACEA veröffentlicht. Um das eForm erstellen zu können, benötigen Sie den PIC des Verlags.
Zugang zu den eForms

ACHTUNG: Zusätzlich zum Antragsformular eForm müssen noch eine Reihe weiterer Unterlagen eingereicht werden. Bitte beachten Sie hierfür die Guidelines, die mit jedem Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen (Call for Proposals) veröffentlicht werden. Besonders hilfreich ist hierfür die Checkliste auf der letzten Seite der Guidelines.
Hier geht es zu den Antragsunterlagen der letzten Runde

Wie wird der Antrag bewertet?

  1. Relevanz: Inwiefern trägt das Projekt zur Erfüllung der oben genannten Ziele des Förderbereichs bei?
  2. Qualität von Inhalt und Aktivitäten: Wie wird das Projekt umgesetzt?
  3. Verbreitung und Kommunikation: Wie werden die übersetzten Werke verbreitet und beworben?
  4. Automatische Punkte: Wie viele der eingereichten Werke wurden mit dem Europäischen Preis für Literatur ausgezeichnet?

 

Auch die finanzielle und die operationelle Leistungsfähigkeit des Verlags wird bewertet: Verfügt er über die benötigten fachlichen, personellen und finanziellen Ressourcen, um das Projekt durchzuführen?

Gut zu wissen
Die Projekte werden nach einem mehrstufigen Verfahren, an dem Vertreter*innen der EACEA, der Generaldirektion Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission (DG EAC) und Expert*innen aus den am Programm teilnehmenden Ländern beteiligt sind, ausgewählt. Interessierte können sich als nationale Expert*innen auf den Aufruf zur Expertensuche bewerben.

Bitte beachten Sie: Die Angaben auf dieser Website dienen der ersten Orientierung. Detailliertere Informationen zum Förderbereich finden Sie im Programmleitfaden („Guidelines"), der mit den Antragsunterlagen auf der Website der EACEA veröffentlicht wird.

Ergebnisse 2018

61 Projekte mit mehr als 500 geplanten Übersetzungen sind in beiden Kategorien der Ausschreibungsrunde 2018 bewilligt worden. Neben den drei Werken, die der Verlag Voland & Quist ins Deutsche übersetzen wird, werden 24 deutschsprachige Werke von europäischen Verlagen in ihre jeweiligen Landessprachen übersetzt.

 

Bücherliste:
Geplante Übersetzungen ins Deutsche/aus dem Deutschen