Literaturübersetzungen

Verlage oder Verlagsgruppen können mehrere belletristische Werke von europäischen Autoren zur Übersetzung von einer Amtssprache der am Programm teilnehmenden Länder in eine andere vorschlagen. Ziel dieser Förderung ist die möglichst weitreichende länderübergreifende Verbreitung literarischer Werke, die mittels Übersetzung einer größeren europäischen Leserschaft zugänglich gemacht werden. Gefragt ist ein strategisches Vorgehen bei Übersetzung, Verbreitung und Bewerbung

Es gibt zwei Projektkategorien:

  • Zweijährige Übersetzungsprojekte (Kategorie 1): pro Projekt werden 3-10 belletristische Werke über einen Zeitraum von zwei Jahren übersetzt, beworben und vertrieben
  • Mehrjährige Übersetzungsprojekte (Kategorie 2): pro Jahr werden 5-10 belletristische Werke übersetzt, beworben und vertrieben

Bitte beachten Sie:
Die folgenden Angaben dienen der ersten Orientierung. Detailliertere Informationen zum Förderbereich finden Sie im Programmleitfaden („Guidelines"), der mit den Antragsunterlagen veröffentlicht wird.

Was wird gefördert?

  • Verbreitung, Bekanntmachung und Wertschätzung europäischer Literatur
  • Übersetzung eines Pakets von belletristischen Werken. Besonders ermutigt werden Übersetzungen bislang gering repräsentierter Gattungen wie Kinder- und Jugendbücher, Comics, Kurzgeschichten und Poesie.
  • Ermutigt werden Übersetzungen von weniger verbreiteten Sprachen in weiter verbreitete Sprachen wie Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch
  • Ermutigt werden Übersetzungen von Werken, die mit dem Europäischen Preis für Literatur ausgezeichnet worden sind
  • Strategischer Vertrieb: Möglichst weitreichende länderübergreifende Verbreitung literarischer Werke von hoher Qualität, insbesondere mittels neuer Vertriebs- und Werbestrategien mit digitalen Mitteln
  • Strategische Öffentlichkeitsarbeit
  • Verbesserung des Zugangs zu europäischen literarischen Werken für ein möglichst großes Publikum
  • Wertschätzung des Übersetzerberufs

Wer kann beantragen?

Die formellen Bedingungen sind hier zusammengefasst. Der antragstellende Verlag muss diese Auflagen erfüllen. Zudem muss er seine Verlagstätigkeit nachweisen können.

Zusätzliche Auflagen, die die eingereichten literarischen Werke betreffen:

  • Es muss sich um belletristische Werke handeln
  • Sie müssen in einer Amtssprache der am Programm teilnehmenden Länder geschrieben sein und in eine solche übersetzt werden
  • Sie müssen in der Ausgangssprache bereits veröffentlicht worden sein
  • Sie dürfen in der Zielsprache noch nicht veröffentlicht worden sein
  • Sie müssen von Autoren geschrieben worden sein, die Staatsbürger oder Einwohner eines am Programm teilnehmenden Landes sind
  • Sie können sowohl in gedruckter Form als auch im digitalen Format (E-Books) vorliegen
  • Die Übersetzung von Sachbüchern ist NICHT förderfähig

Wie viel kann die EU bezuschussen?

Es handelt sich um eine Ko-Finanzierung

  • Zweijährige Projekte können mit maximal 50% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts kann der Zuschuss maximal 100.000 Euro betragen. Die verbleibenden 50% müssen vom Antragsteller aufgebracht werden.
  • Mehrjährige Projekte können mit maximal 50% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts kann der Zuschuss maximal 100.000 Euro pro Jahr betragen. Die verbleibenden 50% müssen vom Antragsteller aufgebracht werden.

Zeitplan

Maximale Projektlaufzeit:

  • Zweijährige Projekte: 24 Monate
  • Mehrjährige Projekte: je nach Ausschreibung 3 oder 4 Jahre

Die Antragstellung für zweijährige Projekte ist i.d. R. einmal jährlich möglich. 2017 wird es jedoch außerplanmäßig keine Antragstellung für zweijährige Projekte geben. Mit dem nächstem Aufruf ist Anfang 2018 zu rechnen.

Während der Programmlaufzeit gibt es nur zwei Ausschreibungen für mehrjährige Projekte (die letzte 2017 für eine vierjährige Laufzeit).

  • Spätestens 6 Wochen vor Frist werden die Ausschreibungsunterlagen veröffentlicht
  • Auswahlergebnisse sind im Juni des Jahrs nach Antragstellung zu erwarten
  • Der Projektstart kann zwischen September und Dezember im Jahr nach Antragstellung liegen

Gut zu wissen
Fällt die Einreichfrist auf einen Feiertag im Land des Antragstellers wird keine Verlängerung gewährt.
Verschiebungen der Einreichfristen sind möglich, so dass Sie in jedem Fall die aktuellen Meldungen des CED Kultur (z.B. Newsletter) und der EACEA verfolgen sollten.

Wo und wie bewerbe ich mich?

Die Projektanträge werden bei der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (kurz EACEA) in Brüssel eingereicht, die die Förderung durch Kreatives Europa verwaltet. Die Adresse sowie Informationen zu den einzureichenden Dokumenten sind den jeweils aktuellen Antragsunterlagen zu entnehmen: Insbesondere die sogenannten „Guidelines“ (Leitfaden zum Förderbereich), die mit der Ausschreibung veröffentlicht werden, sind die Pflichtlektüre für alle Antragsteller. Sie geben Aufschluss über alles Wissenswerte zum Förderbereich (förderfähige Kosten, Checkliste einzureichender Dokumente, Erklärungen zu den Programmprioritäten und Auswahlkriterien).

Gut zu wissen
Die Antragsunterlagen werden ca. 3 Monate vor der Einreichfrist von der EACEA hier veröffentlicht. Zur ersten Orientierung empfehlen wir, die vergangenen Ausschreibungsunterlagen als Muster durchzusehen. Diese finden Sie, zusammen mit den aktuellen Ausschreibungen, im rechten Menufenster.

EU-Login und PIC-Registrierung

Um einen Antrag in Kreatives Europa KULTUR stellen zu können, muss der antragstellende Verlag sich einen sogenannten „Participant Identification Code“, eine neunstellige Nummer (kurz „PIC“) zulegen. Wozu der PIC gebraucht wird und wie er angelegt wird, ist nachfolgend erklärt:

Schritt 1: EU-Login-Account anlegen
Legen Sie ein Nutzerkonto bei EU-Login an. Sie erhalten dann einen Nutzernamen und ein Kennwort.
Hier legen Sie einen EU-Login-Account an

Schritt 2: PIC-Nummer anlegen
Mit den Login-Daten können Sie sich im Participant Portal/ Teilnehmerportal der Europäischen Kommission anmelden und Ihre Einrichtung registrieren („Organisations“ --> „Register“). Damit erhalten Sie Ihre PIC-Nummer. Mit dem PIC werden einige Informationen zu Ihrer Einrichtung gespeichert (z.B. Adresse), die dann automatisch im Online-Antragsformular (eform) übernommen werden.
Jede Organisation benötigt während der gesamten Programmlaufzeit bis 2020 nur einen PIC. Dieser kann/muss auch für die Antragstellung in anderen EU-Programmen verwendet werden. Wenn Ihre Organisation also durch eine vorherige Antragstellung im Programm Kreatives Europa oder einem anderen EU-Programm (z.B. dem Forschungsprogramm, dem Bürgerschaftsprogramm) einen PIC hat, muss dieser auch weiter verwendet werden.
Hier geht es zum Participant Portal

Schritt 3: Online-Antragsformular eForm erstellen
Die Antragsunterlagen sind in der Regel 3 Monate vor der Einreichfrist verfügbar und werden auf der Seite der EACEA veröffentlicht. Um das eform erstellen zu können, benötigen Sie den PIC des Verlags.
Zugang zu den eForms

ACHTUNG: Zusätzlich zum Antragsformular eForm müssen noch eine Reihe weiterer Unterlagen eingereicht werden. Bitte beachten Sie hierfür die Guidelines, die mit jedem Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen (Call for Proposals) veröffentlicht werden. Besonders hilfreich ist hierfür die Checkliste auf der letzten Seite der Guidelines.
Hier geht es zu den Antragsunterlagen der letzten Runde

Wie wird der Antrag bewertet?

  1. Relevanz: Inwiefern trägt das Projekt zur Erfüllung der oben genannten Ziele des Förderbereichs bei?
  2. Qualität von Inhalt und Aktivitäten: Wie wird das Projekt umgesetzt?
  3. Verbreitung und Kommunikation: Wie werden die übersetzten Werke verbreitet und beworben?
  4. Automatische Punkte: Wie viele der eingereichten Werke wurden mit dem Europäischen Preis für Literatur ausgezeichnet?

 

Auch die finanzielle und die operationelle Leistungsfähigkeit des Verlags wird bewertet: Verfügt er über die benötigten fachlichen, personellen und finanziellen Ressourcen, um das Projekt durchzuführen?

Gut zu wissen
Die Projekte werden nach einem mehrstufigen Verfahren, an dem Vertreter der EACEA, der Generaldirektion Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission (GD EAC) und Experten aus den am Programm teilnehmenden Ländern beteiligt sind, ausgewählt. Interessierte können sich als nationale Experten auf den Aufruf zur Expertensuche bewerben.

Projektbeispiele

Beschreibungen und Neues aus geförderten Projekten mit deutscher Beteiligung haben wir hier für Sie zusammengestellt. Kurzbeschreibungen aller durch Kreatives Europa geförderten Projekte können in der Projektdatenbank „Dissemination Platform" der Europäischen Kommission eingesehen werden. Dort sind auch die Projekte des Vorgängerprogramms KULTUR (2007-2013) zu finden.