Moving Borders

Projektkoordination: HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste (DE)
Partner: Ringlokschuppen Ruhr (DE) /// MAILLON, théâtre de Strasbourg - scène européenne (FR)/// Teatro Municipal do Porto (PT) /// Onassis STEGI (GR) /// Performing Arts Institute (PL) /// SPRING Performing Arts Festival (NL)

Förderbereich: Kleine Kooperationsprojekte
Fördersumme: 200.000 Euro
Gesamtdauer: September 2019 - September 2021

Ziel ist es Koproduktionen nachhaltiger zu gestalten, im ökologischen Sinne wie die lokale Einbettung betreffend. Anstatt eine Inszenierung ressourcenaufwendig in die sieben Partnerstädte zu schicken, entstehen sieben Editionen eines Community Art Projekts – angepasst an die sozio-kulturellen und demografischen Begebenheiten vor Ort und gemeinsam mit lokalen Künstler:innen, zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und Bürger:innen. Ausgehend vom Thema "Grenzen" konzentriert sich das Projekt auf unterrepräsentierte gesellschaftliche Gruppen und möchte Menschen zusammenbringen, welche im Alltag wenig Berührungspunkte haben oder sich skeptisch gegenüberstehen. Nach dem künstlerischen Konzept „ARK“ der Künstler:innengruppe Quarantine (GB) sind Anwohner:innen und Communities eingeladen, im öffentlichen Raum eine "Arche" nach ihren Vorstellungen in einem gemeinsamen kreativen Prozess entstehen zu lassen. Diese kann eine physische Form annehmen oder eher konzeptueller Natur sein. Es stehen Formate im Vordergrund, die Menschen teilhaben und mitgestalten lassen. So sind die Archen während und nach ihrer Fertigstellung Orte für Begegnungen, Partizipation, Diskurse und Performances, die Diversität aushalten, fördern, begrüßen. Der Anspruch ist, jeder Stadt etwas zu hinterlassen, mit dem weitergearbeitet werden kann: Ein zurückeroberter Raum für die Öffentlichkeit, neu entstandene Netzwerke, ein erhöhtes Verständnis von Diversität als Voraussetzung für eine lebendige Stadtgesellschaft etc.

Warum haben Sie sich entschieden ein Projekt auf europäischer Ebene durchzuführen?

Nachhaltige Wege der Koproduktion sind für eine internationale Vernetzung besonders dringlich:
Wie kann man diese aufrechterhalten und gleichzeitig ressourcenschonend mit Reise und Transport umgehen? Das Thema „Grenzen“ spiegelt die soziale/kulturelle Segregation wider, die europäische Gemeinschaften und die Europäische Union gefährden. Nationale und xenophobe Tendenzen erstarken und ökonomische Ungleichheiten verstärken sich in ganz Europa. Es ist wichtig, diese Problemlage gemeinsam anzugehen.

Was raten Sie künftigen Antragstellenden und/oder Partnern?

Zum einen gleich zu Beginn eine zuverlässige und gut funktionierende Kommunikationsstruktur zwischen allen Partnern und zu Creative Europe aufzubauen. Zum anderen informelle Räume für Begegnungen zwischen den Beteiligten schaffen: Kaffeepausen im Meeting, gemeinsames Mittagessen etc. In diesen Räumen wird oft ganz viel nebenher und unkompliziert besprochen und beschlossen und die Bindung aller Beteiligten untereinander und an das Projekt wird gestärkt.

Erzählen Sie uns zum Projekt eine Geschichte aus dem Nähkästchen

Durch COVID-19 war es für uns schwierig die oben beschriebenen informellen Räume herzustellen, da wir uns größtenteils nur digital treffen konnten. Wir haben Abhilfe zu schaffen versucht mit einer regelmäßig stattfindenen „Virtual Kitchen“: In informellen, freiwilligen, digitalen Treffen haben wir uns in unseren Küchen getroffen und über verschiedene Dinge geredet – zum Projekt gehörendes oder privates, je nach Stimmung und wer gerade da war. Das hat geholfen, sich besser kennenzulernen.


HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste

Paula Oevermann
Tel.: +49 (0) 351 26462 83
E-Mail: oevermann[at]hellerau[punkt]org

Zur Projektwebsite