ImPArt - Performing Arts redesigned for a more immediate accessibility

Projektkoordination: Freunde und Förderer von Un-Label e.V. / Un-Label e.V. (DE)
Partner: Associazione Incontri Internazionali di Rovereto/ Festival Oriente Occidente (IT) /// NCA.SMALL THEATRE (AM) /// Synergy of Music Theatre/ SMouTh (EL)

Förderbereich: Kleine Kooperationsprojekte
Fördersumme:
200.000 Euro
Gesamtdauer: 2018-2020

Mit dem europäischen Projekt ImPArt wird Barrierefreiheit weiter gedacht. Sie wird zur Quelle der Inspiration und lädt zum Experiment ein. Über 350 Künstler:innen, Expert:innen und Wissenschaftler:innen beschäftigen sich mit der direkten, kreativen und künstlerischen Integration von Barrierefreiheit »Aesthetics of Access« innerhalb der darstellenden Künste, um gleichberechtigte Partizipation zu schaffen. Gemeinsam mit internationalen Kulturschaffenden  mit und ohne Behinderung aus verschiedensten Sparten haben  wir uns auf eine Forschungsreise begeben, die das enorme künstlerische Potential eines barrierefrei gedachten und praktizierten Kunstverständnisses entdeckt, ausschöpft und erfahrbar macht. Unser Ansatz betrachtet Barrierefreiheit als Impuls für Innovation im künstlerischen Prozess. Wir haben uns mit ImPArt das Ziel gesetzt, neue, kreative Ansätze zu finden, die es ermöglichen, ein künstlerisches Produkt für alle Menschen gleichberechtigt erlebbar zu machen. Dabei ist eine Frage zentral: Wie können wir Hilfsmittel so nutzen, dass sie Teil der Inszenierung sind, somit selbst zur Kunst werden und durch ihre eigenen ästhetischen Möglichkeiten das Kunstwerk bereichern?

Workshops, Masterclasses, Symposien, Summits und Kreativlabore in Armenien, Deutschland, Griechenland und Italien zeigen innovative Wege der Inklusion in den Künsten auf. ImPArt ermöglicht es uns, Bühne neu zu denken, Gedanken und Ansätze auszuprobieren.

Ergebnis und künstlerischer Ausdruck dieser Forschungsreise sind drei interdisziplinäre Performances (Re:construction, Gravity, The Little Prince), die in der Greek National Opera, in Athen im September 2019 Premiere feierten. Seitdem touren sie durch Deutschland, Italien und weiteren Länder und werden einem breiten europäischen Publikum präsentiert. Dadurch wird der innovative künstlerische Ansatz von »Aesthetics of Access« verbreitet und gleichberechtigte Teilhabe an Kunst und Kultur für alle gefördert.

Warum haben Sie sich entschieden ein Projekt auf europäischer Ebene durchzuführen?

Für uns, einen der innovativsten europäischen Akteure der inklusiven Praxis, ist der internationale Austausch Voraussetzung, um Barrieren zu erkennen, zu beseitigen und die Gleichberechtigung im Feld der darstellenden Künste weiter zu forcieren und voranzubringen.
Durch die internationale Ebene können erfolgreiche Beispiele aus der Praxis aus den verschiedensten Ländern ausgetauscht werden. So verbinden wir die beteiligten Kulturschaffenden mit einem leistungsfähigen internationalen Netzwerk von First Movern, die zu Multiplikator:innen in diesem Sektor auf europäischer Ebene werden.

Was raten Sie künftigen Antragstellenden und/oder Partnern?

Internationale Projekte sind inspirierend und wahnsinnig wertvoll, denn der Blick über den eigenen nationalen Tellerrand bereichert die eigene Arbeit nachhaltig. Die Projekte sind aber natürlich auch arbeitsintensiv, wovon man sich nicht abschrecken lassen sollte. Wichtig ist dabei ein gutes Projektmanagement, klare vertragliche Vereinbarungen, eine gute und transparente Kommunikation, eine genaue Überprüfung der eigenen Ressourcen und dass man genügend Zeit einplant. Als Neuling auf EU Programm-Ebene, sollte man vielleicht erste Erfahrungen als Partner in einem Projekt sammeln und erst danach ein Projekt federführend koordinieren.

Erzählen Sie uns zum Projekt eine Geschichte aus dem Nähkästchen.

Eigentlich sollten die drei finalen Produktionen im Mai 2020 beim Sommerblut Festival in Köln gezeigt werden. Wegen Corona und dem Lockdown musste dies allerdings kurzfristig abgesagt werden. Wir mussten spontan auf die aktuellen Entwicklungen reagieren und haben einen neuen Plan erstellt und ein digitales Werkstattgespräch über ImPArt produziert.

Das Werkstattgespräch bietet tiefe Einblicke in die speziellen Herausforderungen, künstlerischen Möglichkeiten, das Scheitern und die Chancen dieses neuen und innovativen Arbeitsansatzes von ImPArt. Es ist entstanden in einem digitalen Workshopverfahren mit den beteiligten Künstler:innen. Neben filmischen Einblicken in die Produktionen, den kreativen Prozess und Videostatements der beteiligten Künstlern reflektiert Christof Seeger-Zurmühlen, Regisseur und Dramaturg am Schauspielhaus Düsseldorf, im kritischen Gespräch mit Lisette Reuter, Produzentin von Un-Label, hierin die Ergebnisse und den Prozess dieses innovativen, die gängige künstlerische Praxis hinterfragenden Projekts.

Aus der Not geboren, im Rückblick eine sehr gute Entscheidung, da diese produzierte Online-Ressource für immer da sein wird. Zum einen bietet sie eine umfassende Dokumentation des Projekts und zum anderen dient sie als kapazitätsbildendes Instrument für andere Kulturakteure, die sich inklusiv öffnen wollen. Da sie kostenlos über verschiedene Plattformen zugänglich ist, werden die Ergebnisse des Projekts noch lange Zeit nachhaltig verbreitet werden.

Freunde und Förderer von Un-Label e.V./
Un-Label e.V.
Köln
Lisette Reuter
Tel.: +49 (0)179 471 8979
E-Mail: lisette[at]un-label.eu 

Zur Projektwebsite