Café Europa

Projektkoordination: Theaterlabor Bielefeld (DE)
Partner: Leith Theatre Trust (UK) /// Stowarzyszenie Teatralne A Part (PL)

Förderbereich: Kleine Kooperationsprojekte
Fördersumme:
200.000 Euro
Gesamtdauer: 2018-2020

Das zentrale Konzept von „Café Europa“ besteht darin, Künstler*innen und Fachleute aus sieben europäischen Ländern zusammenzubringen, um eine transnationale europäische Theaterkoproduktion zu schaffen, die auf Karl Kraus „Last Days of Mankind“ basiert.

Die Weltpremiere der Adaption wird in Schottland am eigentlichen Jahrestag des Waffenstillstands 2018 aufgeführt, dann wird das Projekt 2019 auf Deutschland und Polen ausgedehnt. Das Projekt wird ein bedeutendes kreatives Gedenken an den Ersten Weltkrieg darstellen unter Einbeziehung europaweiter Künstler*innen und Materialien aus Ländern, die vor 100 Jahren Feinde waren.

Das Konzept des „Café Europa“ zielt darauf ab, die Kluft zwischen lokaler und internationaler sowie zwischen professioneller und nicht professioneller kultureller Produktion zu überbrücken. An den drei Orten der Aufführungen werden nicht nur internationale Theatergruppen, sondern auch lokale soziale Akteure aus den jeweiligen Ländern beteiligt sein. Dieses Ziel wird zum einen erreicht, indem Community Theatergruppen in die Aufführungen einbezogen werden und zum anderen werden lokale „Kulturcafés“ in den Städten eingerichtet, in denen die Aufführungen stattfinden. Diese Cafés werden kulturelle Zentren sein, in denen sich Künstler*innen, Expert*innen und Zuschauer*innen aus den Communities vor und nach den Aufführungen treffen, unterhalten und Ideen austauschen können.

Warum haben Sie sich entschieden ein Projekt auf europäischer Ebene durchzuführen?

Seit seiner Gründung ist das Theaterlabor international aufgestellt, hat selbst internationale Koproduktionen und Festivals organisiert und ist ein gefragter Partner im internationalen, vor allem europäischen Kontext.

Was raten Sie künftigen Antragstellenden und/oder Partnern?

Antragstellung sowie Dokumentation und Nachweis der Mittelverwendung benötigen eine professionelle, gut aufgestellte Organisation im Hintergrund.

Erzählen Sie uns zum Projekt eine Geschichte aus dem Nähkästchen.

Die Produktion entwickelte ein Eigenleben. Stand sie 2018 in Edinburgh unter dem Stern der 100-Jahre-Feier des Friedensschlusses, so haben die Folgeaufführungen in Katowice und Bielefeld gezeigt, dass „Letzte Tage der Menschheit“ nicht nur anlässlich von Jubiläen Zuschauer*innen in den Bann zieht, sondern auch durch seine frappierende Aktualität. Die Konflikte in Europa, die bis heute andauernde Brexit-Farce, die immer wieder zur Karikatur verkommende Politik – all das würde Kraus auch noch heute Stoff liefern.

 

Theaterlabor Bielefeld
Ralph Würfel
Tel.: +49 (0)521 287856
E-Mail:ralph.wuerfel[at]theaterlabor.de

Dokumentationsbroschüre