Newsletter 06/2017 (26.04.2017)

KREATIVES EUROPA - KULTUR

  • Gewinner des EU-Preises für Literatur 2017 bekanntgegeben
  • Auswahlprozess für das Europäische Kulturerbe-Siegel 2018 hat begonnen
  • Neue EU-Studie zum Thema Publikumsentwicklung
  • Ganztägige Seminare „KREATIVES EUROPA fördert Kultur. Wir erklären wie!" // Mai 2017, Berlin, Chemnitz und Bonn

EU-Kulturpolitik 

  • Europarat lanciert neue Kulturerbe-Strategie für das 21. Jahrhundert
  • Sharing Heritage: Aufruf zur Mitwirkung am Europäischen Kulturerbejahr 2018

Aktuelles aus geförderten Projekten

  • Europäisches Kooperationsprojekt Un-Label zu Gast in der Türkei

Fördermöglichkeiten

    • Mobility First! ASEF Cultural Mobility Initiative 2017

    Termine

    • European Heritage Congress // 11.-15.05.2017, Turku (Finnland)
    • Workshop "Smart Heritage Protection" // 30.-31.05.2017 Ljubljana (Slowenien)

    KREATIVES EUROPA - KULTUR

     

    Gewinner des EU-Preises für Literatur 2017 bekanntgegeben

    Die zwölf Gewinner des diesjährigen EU-Preises für Literatur (EUPL) sind Rudi Erebara (Albanien), Ina Vultchanova (Bulgarien), Bianca Bellová (Tschechische Republik), Kallia Papadaki (Griechenland), Halldóra K. Thoroddsen (Island), Osvalds Zebris (Litauen), Walid Nabhan (Malta), Aleksandar Bečanović (Montenegro), Jamal Ouariachi (Niederlande), Darko Tuševljaković (Serbien), Sine Ergün (Turkei) and Sunjeev Sahota (Großbritannien). Der EUPL zeichnet jährlich Nachwuchsautoren aus zuvor festgelegten Ländern aus und soll die Kreativität und Vielfalt der zeitgenössischen Literatur Europas herausstellen. Deutschland ist 2019 wieder an der Reihe. Der Preis ist Teil des Programms KREATIVES EUROPA - KULTUR und wird gemeinsam vom Europäischen Buchhändlerverband, dem Europäischen Schriftstellerkongress und dem Europäischen Verlegerverband verliehen. Jeder Preisträger erhält 5.000 Euro und internationale Sichtbarkeit bei den großen europäischen Buchmessen in Frankfurt am Main, London und Paris. Die Preisverleihung findet am 23. Mai 2017 im Concert Noble in Brüssel statt. Opens external link in new windowmehr

    Auswahlprozess für das Europäische Kulturerbe-Siegel 2018 hat begonnen

    Die Europäische Kommission hat für die Verleihung des Europäischen Kulturerbe-Siegels 25 Vorschläge aus insgesamt 19 Mitgliedsstaaten erhalten. Unter den Vorschlägen für 2018 befindet sich auch eine deutsche Bewerbung: Unter dem Titel „Leipzigs Musikerbe-Stätten – Leipzig’s Musical Heritage Sites“ bewirbt sich die Stadt Leipzig mit einem Verbund aus neun Musikstätten, um die Rolle des Musiklebens für die Entwicklung zu einer europäischen Stadt zu verdeutlichen. Anfang 2018 wird verkündet, welche Stätten das Siegel verliehen bekommen.
    Das Europäische Kulturerbe-Siegel ist eine Initiative der Europäischen Union, die Kulturerbestätten auszeichnen soll, die für die Geschichte, Kultur und Entwicklung Europas von großer Bedeutung sind. Alle zwei Jahre findet ein zweistufiges Auswahlverfahren statt. Zunächst schlagen die Mitgliedsstaaten Stätten mit besonderem symbolischen Wert vor, die im zweiten Schritt von einem europäischen Ausschuss unabhängiger Experten ausgewählt werden. Seit 2014 wird das Europäische Kulturerbe-Siegel durch das Programm KREATIVES EUROPA gefördert.
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    Neue EU-Studie zum Thema Publikumsentwicklung

    Eine der Prioritäten des Programms KREATIVES EUROPA – KULTUR ist das Näherbringen von Menschen und Kultur. Damit sollen Menschen und Gemeinschaften unmittelbar dazu angeregt werden, Kunst und Kultur zu erleben, zu genießen und wertzuschätzen. Publikumsentwicklung ist eine wichtige neue Priorität des Programms KREATIVES EUROPA - KULTUR, das europäischen Künstlern sowie Kulturschaffenden und ihren Werken dabei hilft, möglichst viele Menschen in Europa zu erreichen und den Zugang unterrepräsentierter Gruppen mit einem besonderen Focus auf Kinder, junge Menschen, Menschen mit Behinderungen und unterrepräsentierten Gruppen zu kulturellen Werken zu verbessern.
    Die kürzlich veröffentliche Studie „Study on Audience Development“, beauftragt von der Europäischen Kommission und durchgeführt von Fondazione Fitzcarraldo, Culture Action Europe, ECCOM und Intercult beschäftigt sich mit innovativen Ansätzen, die Publikumsentwicklung ins Zentrum kultureller Aktivitäten zu stellen. Je nach Kulturorganisation sind unterschiedliche Strategien sinnvoll. Für die Erarbeitung einer individuellen Strategie im Bereich Publikumsentwicklung, erstellen die Autoren einen Fragebogen. Gleichzeitig werden wichtige Felder für die Integration und Bindung der Besucher analysiert. Dabei spielt zum Beispiel die Gestaltung des Ortes an sich eine nicht zu unterschätzende Rolle, da der jeweilige Veranstaltungsort als Treffpunkt zwischen Kulturschaffenden und Publikum fungiert. Außerdem ist der Kontakt zum Publikum auch vor und nach der eigentlichen Veranstaltung entscheidend, weshalb die Nutzung digitaler Medien immer wichtiger wird. Oft beschränken sich Kulturorganisationen auf die bekannten sozialen Medien. Laut der Autoren gibt es vor allem in diesem Bereich noch Potentiale. Weitere genannte Instrumente für die Publikumsentwicklung sind zum einen die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter, um zu gewährleisten, dass auf die Bedürfnisse der Besucher eingegangen werden kann. Zum anderen betont die Studie die positiven Effekte eines gemeinsamen Schaffensprozesses („Co-Creation“) von Künstlern und Publikum.
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    Ganztägige Seminare „KREATIVES EUROPA fördert Kultur. Wir erklären wie!" // Mai 2017, Berlin, Chemnitz und Bonn

    Im Mai veranstaltet der Creative Europe Desk KULTUR in Berlin, Chemnitz und Bonn je ein inhaltsgleiches eintägiges Seminar mit Trainingsworkshop. Die Seminare bieten eine Einführung in das komplexe Thema EU-Kulturförderung und dessen Zielsetzung. Inhaltlich wird es vor allem um das Teilprogramm KULTUR in KREATIVES EUROPA gehen, das darauf ausgerichtet ist, im europäischen Kontext zusammen zu arbeiten, dabei die Professionalisierung der Kulturschaffenden und deren Mobilität zu unterstützen sowie neue Publikumsschichten zu erschließen. Grenzüberschreitende, möglichst innovative Kooperationsprojekte bilden das Kernstück des Teilprogramms KULTUR und stehen dementsprechend hinsichtlich Zielen, Förderkriterien und Antragsverfahren im Fokus der Seminare. Neben Hinweisen auf weitere Förderquellen gibt es nützliche Tipps aus der fast 20jährigen Beratungspraxis der Nationalen Kontaktstelle für die Kulturförderung der EU. 

    03.05.2017 in Berlin (ausgebucht), in Kooperation mit dem Kulturförderpunkt Berlin

    10.05.2017 in Chemnitz, im Rahmen der "Europatage für Kultur- und Jugendarbeit": Information und Anmeldung

    31.05.2017 in Bonn: Information und Anmeldung
    Ggf. Zusatztermin am 30.05.2017

    EU-Kulturpolitik

    Europarat lanciert neue Kulturerbe-Strategie für das 21. Jahrhundert

    Unter dem Motto "Kulturerbe für ein besseres Miteinander - eine gemeinsame Strategie für Europa" diskutierten die zuständigen europäischen Minister für Kulturerbe bei der sechsten Konferenz zum Kulturerbe im April 2015 in Namur (Belgien) über dessen Stellung und Rolle innerhalb Europas. Nachdem die Strategie im letzten Jahr ausgearbeitet wurde und insbesondere die wirtschaftlichen, sozialen und Bildungs-Komponenten in den Mittelpunkt gestellt wurden, hat der Europarat am 7. April 2017 die Strategie 21 "Europäische Kulturerbe-Strategie für das 21. Jahrhundert" in Limassol (Zypern) lanciert. Teil des Konzeptes sind interdisziplinäre Ansätze, die zwischen verschiedenen Akteuren aus dem Bereich Kulturerbe neue Synergien schaffen sollen. Dabei stehen drei Prioritäten im Mittelpunkt, die gemeinsam für eine ausgeglichene Kulturerbepolitik der Mitgliedsstaaten sorgen sollen: Soziales, wirtschaftliche Entwicklung und Weiterbildung. Die soziale Komponente soll unter anderem gewährleisten, dass die Bürger vermehrt am Kulturerbe teilhaben und sich dadurch mit europäischen Werten befassen. Gleichzeitig soll das Kulturerbe zur wirtschaftlichen und räumlichen Entwicklung beitragen, indem es die lokalen Ressourcen, den Tourismus und den Arbeitsmarkt stärkt. Im Bereich Bildung sieht die Strategie vor, Workshops, Trainings und Forschungsprojekte auszubauen, um das Bewusstsein und die Kenntnisse vom Europäischen Kulturerbe zu erweitern. Opens external link in new windowmehr

    Sharing Heritage – Aufruf zur Mitwirkung am Europäischen Kulturerbejahr 2018

    Unter dem Motto Sharing Heritage können sich deutsche Kunst- und Kultureinrichtungen mit bereits bestehenden oder geplanten Projekten und Veranstaltungen am Europäischen Kulturerbejahr 2018 beteiligen. Sie können auf der digitalen Plattform Sharing Heritage den öffentlichen Aufruf zur Mitwirkung unterzeichnen, um dann vom Deutschen Nationalkommitee für Denkmalschutz (DNK) als Aktivität des Europäischen Kulturerbejahres 2018 registriert zu werden. Mit dieser Initiative bezieht sich das DNK auf das Motto des Themenjahres, kulturelles Erbe als etwas Gemeinschaftliches und Verbindendes sichtbar zu machen. Ab Sommer 2017 werden alle beteiligten Projekte auf der Internetseite präsentiert. Zusätzlich möchte die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien bedeutende Projekte als deutschen Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr finanziell unterstützen. Für dieses Vorhaben wurden bereits 3,6 Mio. Euro vom Bund bewilligt und jüngst die Förderrichtlinien sowie das Antragsformular veröffentlicht. Opens external link in new windowmehr

    Aktuelles aus geförderten Projekten

    Europäisches Kooperationsprojekt Un-Label zu Gast in der Türkei

    Das europäische Kooperationsprojekt Un-Label wird koordiniert vom deutschen Verein Sommertheater Pusteblume e.V. in Köln. Gemeinsam mit Partnern aus Großbritannien, Griechenland, Türkei und Deutschland wurden internationale Workshops durchgeführt und als Ergebnis eine mix-abled Kompanie, bestehend aus 16 Künstlern mit und ohne Behinderung, gegründet. Mit der multidisziplinären Tanzperformance " L - Do I need labels for love?", welche im Rahmen des Sommerblut Kulturfestivals im Mai 2016 in Köln und im Herbst 2016 in Thessaloniki (GR) aufgeführt wurde, ist die internationale Gruppe dieses Jahr am 11. Mai in Bursa (Türkei) zu Gast. Mit vielfältigen Ausdrucksformen wie Tanz, Schauspiel, Akrobatik, Visuals, Livemusik und Poetry zeigt die mixed-abled Kompanie, wie es gelingen kann, trotz wachsender Unterschiede in unserer Gesellschaft ein Miteinander zu schaffen. Die Produktion initiiert damit eine Auseinandersetzung mit den Themen Anderssein und Inklusion in den darstellenden Künsten auf einer internationalen Ebene.
    Am 14. Mai soll daran anknüpfend ein Symposium zum Thema Partizipationsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung im öffentlichen Leben, vor allem im Bereich Kunst und Kultur, in Istanbul stattfinden. Auch die Türkei hat die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert, was eine uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Behinderung garantieren sollte. Das Un-Label Symposium stellt die Frage, wo trotz der schwierigen politischen Situation in der Türkei Inklusion und Teilhabechancen in Kunst und Kultur geschaffen werden können und lädt zur Diskussion ein. Opens external link in new windowmehr

    Fördermöglichkeiten

    Mobility First! ASEF Cultural Mobility Initiative 2017

    Die Asia-Europe Foundation (ASEF) bringt mit Mobility First! ein neues Förderprogramm auf den Weg, welches den Austausch zwischen europäischen und asiatischen Künstlern stärken soll. Seit April dieses Jahres können sich Künstler und Kulturschaffende aus europäischen und asiatischen Partnerländern für eine Reiseunterstützung bewerben. Gefördert werden Reisen von Asien nach Europa und umgekehrt mit bis zu 1.300 Euro sowie Reisen innerhalb Asiens mit bis zu 650 Euro. Mobility First! feiert das 20-jährige Bestehen der Asia-Europe Foundation, die zu den ersten Institutionen gehörte, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, europäisch-asiatische Zusammentreffen im Kulturbereich zu fördern. Opens external link in new windowmehr

    Termine

    European Heritage Congress // 11.-15.05.2017, Turku (Finnland)

    Europa Nostra lädt zum Europäischen Kongress zum Kulturerbe in Turku (Finnland) ein, um europäischen Kunst- und Kulturakteuren die Möglichkeit zu geben, sich über das Europäische Kulturerbejahr und Best-Practice-Beispiele zur Engagementförderung im Bereich Kulturerbe auszutauschen. Neben Debatten, Vorträgen und Workshops gibt es zahlreiche Exkursionen zu finnischen Kulturerbestätten. Als Abschlussveranstaltung findet die Verleihung der diesjährigen Europa Nostra Awards statt.

    Programm und Anmeldung

    Workshop "Smart Heritage Protection" // 30.-31.05.2017, Ljubljana (Slowenien)

    In Anlehnung an die "Strategie 21 - Europäische Kulturerbe-Strategie für das 21. Jahrhundert" veranstaltet das slowenische Kultusministerium gemeinsam mit der slowenischen Evaluation Society einen Workshop, der sich mit den Hintergründen, neuen Ansätzen und methodischen Besonderheiten der sogenannten Strategie 21 befasst. Fachkräfte aus den Bereichen Kulturerbe, Projektplanung und -evaluation sollen neue Instrumente und Methoden für die Konzeption und Evaluation von Kulturerbe-Projekten erlernen, um diese einhergehend mit den Vorgaben und Zielen der neuen Kulturerbe-Strategie zu gestalten.

    Programm und Anmeldung