Fabulamundi. Playwriting Europe: Beyond borders?

Projektkoordination: PAV sono Claudia Di Giacomo e Roberta Scaglione (IT)
Partner: Interkulturelles Theaterzentrum Berlin e.V. (DE) /// Associazione Culturale Area06 (IT) /// Creative Skillset (UK) /// Culture Action Europe AISBL (BE) /// Divadlo LETI (CZ) /// Fundacio Sala Beckett/Obrador Internacional de Dramaturgia (ES) /// La Mousson d'été (FR) /// Performing Arts Network & Development Agency - PANDA (UK) /// Rato Diffusion (FR) /// Teatr Dramatyczny m. st. Warszawy (PL) /// Teatro I Soc. Coop. A.R.L (IT) /// Teatrul National Tirgu-Mures (RO) /// Teatrul Odeon (RO) /// Wiener Wortstätten (AT)


Förderbereich:
Große Kooperationsprojekte
Fördersumme: 1.626.655 Euro
Gesamtdauer: Juni 2017 - Dezember 2020

Das Projekt erforscht die Rolle von Theaterautor*innen in der heutigen Zeit, definiert sie neu, zieht sie aus dem rein theatralen Umfeld heraus und verpflanzt sie ins soziale Umfeld, in die Fremde, in die Sprachlosigkeit. Ziel ist es, einen Umgang mit Sprache zu finden, der es möglich macht, Sprache zu benutzen selbst bei schier unüberwindlichen Hindernissen: ungenügende Sprachkenntnis, absolutes Desinteresse Sprache gegenüber, Unfähigkeit zu Konzentration und genauem Zuhören. Ein großes Thema ist dabei das der Übersetzung, nicht nur der Übersetzung aus einer Sprache in die andere, sondern auch aus einer Welt in die andere, aus einem Kulturbereich in den anderen. Deswegen nehmen im Projekt die sogenannten Audience Development Activities einen überproportionalen Raum ein. Es werden künstlerische Projekte mit Ausländer*innen, Schüler*innen, Geflüchteten, Arbeitslosen, Rentner*innen, Roma-Jugendlichen, aber auch mit professionellen Schauspieler*innen, Vertreter*innen der Berliner Performanceszene, Clowns und Musiker*innen durchgeführt. Ziel ist es, die Akteure und auch das Publikum zu mischen. Unter diesen Prämissen entsteht die sehr nomadische „Dramatische Republik“, in der dieser gemeinsame Raum seine dauerhafte Heimstätte finden soll, auch über das Ende des europäischen Projekts hinaus.

Warum haben Sie sich entschieden ein Projekt auf europäischer Ebene durchzuführen?

Als interkulturelles Theaterzentrum interessiert uns das Aufbrechen von Barrieren, das Überwinden von willkürlichen Grenzziehungen, Ausgrenzungen. Wir hatten zudem Sehnsucht nach einer Ausweitung unserer künstlerischen Tätigkeiten, vor allem in Richtung zeitgenössischer Dramatik. Dieses europäische Projekt schien dafür wie geschaffen und die Kontakte zu den einzelnen Partnern waren zum Teil auch schon vorhanden und konsolidiert.

Was raten Sie künftigen Antragstellenden und/oder Partnern?

Ich rate künftigen Antragsstellenden und/oder Partnern hauptsächlich möglichst viel zu reisen, die anderen Länder und Sprachen direkt kennen zu lernen, wirkliche Verknüpfungspunkte zu finden und sich nicht auf den rein ökonomischen Nutzen eines solchen Projekts zu beschränken. Der Weg dahin ist oft wichtiger als das Ergebnis! Nur aus dem persönlichen Kontakt entstehen dauerhafte Arbeitsbeziehungen.

Erzählen Sie uns zum Projekt eine Geschichte aus dem Nähkästchen.

Eine zufällige Begegnung enthält manchmal den Keim für nachhaltige Beziehungen. Bei einem Abendessen in Warschau sitze ich neben einer polnischen Schriftstellerin und aus ein paar beiläufigen Sätzen entwickelt sich plötzlich eine Situation absoluter Nähe und Vertrautheit, ein sich Wiederekennen, das sich nicht mehr einfach wegwischen lässt. Ich erzähle ihr zwei Stunden lang mein ganzes Leben. Auch so entstehen europäische Beziehungen und Folgeprojekte.

Interkulturelles Theaterzentrum Berlin e.V.
Berlin
Werner Waas
Tel.: +49 (0) 176 / 65753780
E-Mail: wernerwaas[at]hotmail[punkt]com

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