DANCE ON, PASS ON, DREAM ON

Projektkoordination: DIEHL+RITTER (DE)
Partner:
Belgrade Dance Festival (RS) /// Codarts University of the Arts (NL) /// Compagnie Jus de la Vie (SE) /// GRIP (BE) /// Festspielhaus St. Pölten (AT) /// Nomad Dance Academy Slovenia (SI) /// Sadler's Wells (UK) /// Holland Dance Festival (NL)

Förderbereich: Große Kooperationsprojekte
Fördersumme: 1.832.661 Euro
Gesamtdauer: Juni 2016 - Mai 2019

Keine andere Kunstform kann so ergreifend über das Alter verhandeln wie der Tanz, gerade weil er so gnadenlos mit dem Alter verfährt. Tänzer*innen beenden ihre Bühnenkarriere in der Regel im Alter von 35-40 Jahren – zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten Menschen gerade erst beginnen, von ihrer Ausbildung und Erfahrung zu profitieren.
Hier setzt unser europäisches Kooperationsprojekt DANCE ON, PASS ON, DREAM ON an: Anstatt ältere Tänzer*innen und altgewordene Körper allgemein auszublenden, wie es in unserer Gesellschaft so oft praktiziert wird, feiern wir den Reichtum und die Erfahrung des Alters – auf der Bühne wie im Leben.
DANCE ON präsentiert ein Modell für eine nachhaltige Tänzer*innenkarriere. Eine neugegründete Compagnie für Tänzer*innen über 40 tourt ein anspruchsvolles Repertoire von neuen Werken berühmter zeitgenössischer Choreograph*innen, um ein breites, internationales Publikum anzusprechen.
PASS ON erforscht, wie in einer flüchtigen Kunstform wie dem Tanz das Wissen von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Tänzer*innen, Choreograph*innen, Lehrer*innen und Tanzstudierende entwickeln gemeinsame Projekte und experimentieren mit erfahrungsbasierten, performativen und digitalen Lern- und Dokumentationsmethoden.
DREAM ON lädt ältere Menschen ein, sich zu bewegen, sich tanzend auszudrücken, und sich zu fragen, wie sie im Alter leben wollen. Lokale Tanz- und Partizipationsprojekte bringen verschiedene Generationen zusammen und öffnen Räume für neue Begegnungen und gemeinsame Erfahrungen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Projekt auf europäischer Ebene durchzuführen?

Als wir 2015 begannen, über das Thema Tanz und Alter nachzudenken, trafen wir einen gesellschaftlichen Nerv. Als Projektpartner fanden sich sehr schnell führende europäische Tanzinstitutionen mit Leuchtturmfunktion zusammen, die teilweise selbst schon kleinere Altersprojekte gestartet hatten. Gemeinsam verfügen sie über ein weites Netzwerk von Aufführungsorten, Festivals, Ausbildungs- und Forschungsinstitutionen, das es ihnen ermöglicht, dem Thema eine Plattform zu geben und die Situation von Tänzer*innen über 40 entscheidend zu verbessern.

Was raten Sie künftigen Antragstellenden und/oder Partnern?

Die größte Stärke unserer Partnerschaft ist ihre Vielfalt: Kleine, von Künstler*innen geführte Tanzkompanien (wie die des flämischen Choreografen Jan Martens) und große Theaterhäuser (wie das Sadler’s Wells Theatre in London) arbeiten als gleichwertige Partner zusammen, verbunden durch eine starke Idee und ein gemeinsames Ziel. Deshalb raten wir künftigen Antragstellenden, den Dialog mit Partnern zu suchen, die andere Perspektiven einbringen können.

Erzählen Sie uns zum Projekt eine Geschichte aus dem Nähkästchen.

Aus dem Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin des Partizipationsprojekts Dance On Lokal:

Seit ca. einem Jahr tanze ich bei der Gruppe Dance On Lokal. Die Erfahrungen, die ich dort machen durfte, gehen weit über das Tanzen hinaus. Mit dem Thema "life lines" blickte ich auf Stationen meines Lebens zurück und umgesetzt in Bewegung, bekam ich einen neuen emotionalen Blick auf zurückliegende Erlebnisse. Die Möglichkeit das mit Menschen meines Alters zu erleben, ist eine große Bereicherung. Auch die Erfahrung, dass jüngere Menschen die Alten wertschätzen, ist ein Geschenk.

DIEHL+RITTER gUG
Berlin
Lisa Marie Bowler
Tel.: +49 (0) 176 / 21217088
E-Mail: l.bowler[at]diehl-ritter[punkt]de

Zur Projektwebsite