Trauma & Revival

Projektkoordination: Palais des beaux arts (BE)
Partner:
ZKM - Zentrum für Kunst und Medien (DE) /// Association kim? (LV) /// Fondazione Pistoletto (IT) /// Galeria Sztuki Wspolczenesnej Bunkier Sztuki (PL) /// Jyvaskylan Yliopisto (FI)

Förderbereich: Große Kooperationsprojekte
Fördersumme:
1.563.765 Euro
Gesamtdauer: Oktober 2015 - Dezember 2018

 

Trauma & Revival verfolgt das Ziel, die kulturellen Verflechtungen in Ost- und Westeuropa während des Kalten Krieges bis heute darzustellen und zu reflektieren. Indem das Projekt im Interesse der internationalen Zusammenarbeit Künstler*innen, Intellektuelle und Bürger*innen aus ganz Europa, einschließlich Russland, zusammenbringt, bietet es eine dynamische Plattform, um die  gemeinsame Geschichte neu zu denken, die heutigen Vorstellungen zu transformieren und neue Formen des kulturellen Dialogs zu ermöglichen. Es reflektiert damit die gegenwärtige politische Situation, in welcher kultureller Austausch immer schwieriger wird. Mittels Ausstellungen, Künstlerresidenzen, Video-Kunst-Programmen, Workshops, Konferenzen und einer digitalen Timeline stellt das Projekt wichtige Fragen zu unseren gegenwärtigen kulturpolitischen Beziehungen, um eine gemeinsame Zukunft in Europa zu eröffnen.Im Mai 2017 lancierte das ZKM ausgehend von der Ausstellung „Kunst in Europa 1945-1968“ und der dort präsentierten Zeitleiste eine »Digitale Timeline«, welche zentrale Ereignisse Europas von 1945-1968 durch historische Fotografien, Dokumente, Bücher, Objekte und Filmmaterialen visualisiert. Sie besteht aus zwei narrativen Linien: Historische und politische Ereignisse wie Kriege, Abkommen oder Bewegungen sowie Ereignisse aus dem Kunst- und Kulturbereich wie Ausstellungen, Künstlermanifeste und Aktionen. Als App und responsive Website dient sie als Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Partneraktivitäten.

Warum haben Sie sich entschieden ein Projekt auf europäischer Ebene durchzuführen?

Das Projekt bietet uns die ideale Möglichkeit, über mehrere Jahre hinweg auf transnationaler Ebene gemeinsam mit unterschiedlichen Partnerinstitutionen zusammenzuarbeiten. Gerade über diesen gegenseitigen Austausch lassen sich gefestigte Vorstellungen hinterfragen und interkulturellen Dialog fördern. Ziel ist es, den derzeitigen ökonomischen und politischen Erzählungen, die Europa auseinandertreiben, ein engagiertes alternatives Narrativ entgegen zu setzen.

Was raten Sie künftigen Antragstellenden und/oder Partnern?

Ein Projekt in dieser Größenordnung und langjähriger Dauer ist von umfangreichen Vor- und Nacharbeiten begleitet. Bei manchen Kulturinstitutionen findet während der Projektlaufzeit personelle Fluktuation statt, die in der Gesamtplanung stets mitberücksichtigt werden sollte. Im ZKM wurde das Projekt während der gesamten Laufzeit von den selben Mitarbeiter*innen betreut, sodass sichergestellt werden konnte, dass das Wissen der Vorarbeiten beispielsweise für den Abschlussbericht des Projekts nicht verloren geht.

Erzählen Sie uns zum Projekt eine Geschichte aus dem Nähkästchen.

Die Reichweite und immer drängendere Aktualität des Projektthemas – die Entwicklung der Kunst in Europa aus einer gesamteuropäischen Perspektive neu zu interpretieren – war während der Vorarbeiten noch gar nicht abzusehen. Als dann die Eröffnung der Ausstellung im BOZAR am 24.06.2016 mit der Abstimmung zum BREXIT zusammenfiel, wurde allen Projektpartnern bewusst, wie wichtig diese gemeinsamen Anstrengungen sind, die verbindenden kulturellen Kräfte auf dem eurasischen Kontinent zu thematisieren.

 

ZKM - Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Judith Bihr
Tel.: +49 (0) 721 / 81002015
E-Mail: bihr[at]zkm[punkt]de

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