Europäische Erfolgsgeschichten aus KREATIVES EUROPA KULTUR - Ein Blick in die Praxis zur Halbzeit des Programms

01.03.2017

01-03-2017 - Die Showcase Veranstaltung „Europäische Erfolgsgeschichten aus KREATIVES EUROPA KULTUR“ am 16. Februar 2017 in der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin, rückte geförderte Projekte mit deutscher Beteiligung in den Mittelpunkt. Über 200 Gäste, darunter Vertreter der Europäischen Kommission (Generaldirektion Bildung und Kultur), der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA), der Creative Europe Desks, Botschaften und der öffentlichen Verwaltung sowie Kulturakteure von Theatern, Museen, Universitäten, Netzwerken und Kreativunternehmen, nahmen an der Veranstaltung teil.

Im Rahmen der Veranstaltung stellten sich sechs Projekte in zwei Panelrunden den Anwesenden vor, darunter drei große und drei kleine Kooperationsprojekte. Den Auftakt machte Jasmin Vogel vom Dortmunder U, die das gerade gestartete Projekt smARTplaces zu digitalen Audience-Development-Strategien von Museen vorstellte. Dirk Neldner, der künstlerische Leiter von Platform Shift+, das vom Pilot Theatre aus Großbritannien koordiniert wird, präsentierte die kreative Nutzung digitaler Medien im Jugendtheater des Projektes. LABOURGAMES wurde durch Robin Resch von urban dialogues und Axel Watzke von anschlaege.de vorgestellt. Das Projekt behandelt die spielerische Erkundung der Zukunft von Arbeit. Im zweiten Panel wurde das Projekt CROWD durch Tom Bresemann und Katharina Deloglu von Lettrétage e.V. vorgestellt, welches die freie Literaturszene in Europa stärker vernetzt. Das inklusive Tanztheater-Projekt Un-Label, koordiniert vom Sommertheater Pusteblume aus Köln, wurde durch den musikalischen Leiter Markus Brachtendorf präsentiert. Matthias Rettner vom Aktionstheater PAN.OPTIKUM in Freiburg stellte Power of Diversity – The Crossing Lines Project vor. Das Projekt richtet sich an junge Menschen, insbesondere aus bildungs- und theaterkulturfernen Gesellschaftsschichten, um mit ihnen Inszenierungen im öffentlichen Raum umzusetzen.

In den Präsentationen wurde die Projektpartnerschaften thematisiert, etwa wie sie entstanden sind, wie mit den Partnern zusammengearbeitet wird. In den meisten Fällen war die Basis für das Projekt eine bereits bestehende Zusammenarbeit. Entsprechend nannten auch die meisten Projektvertreter eine vertrauensvolle Zusammenarbeit als wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Projekt. Ausgangspunkt für ein europäisches Kooperationsprojekt ist häufig eine Projektidee des Koordinators, die mit den Partnern weiterentwickelt wird.

Die Paneldiskussionsrunden wurden moderiert von Christoph Jankowski, Leiter des Creative Europe Desk UK Culture in London. In der Diskussion mit dem Publikum wurde mehrfach auch die Frage nach Europa und europäischen Werten gestellt. Für alle vorgestellten Projekte zeigen sich diese im Aufbau, Aktivitäten und Grundideen der Projekte sowie in der Zusammenarbeit der Partner. Alle vorgestellten Projekte befassen sich mit Publikumsentwicklung, eine wichtige Priorität im Programm KREATIVES EUROPA KULTUR.

Das EU-Kulturförderprogramm KREATIVES EUROPA erreicht 2017 die Hälfte seiner Laufzeit. Bis Jahresende wird die EU-Kommission nach einer öffentlichen Konsultation (noch bis zum 16. April 2017) eine Zwischenbewertung des Programms vorlegen. Hierdurch wird absehbar die erste Weichenstellung für ein künftiges Programm nach 2020 erfolgen. Mit der Showcase-Veranstaltung wurden bisherige Erfolge von KREATIVES EUROPA KULTUR in den Fokus gerückt. Damit sich Vertreter von Politik und Verwaltung sowie engagierte Kulturakteure möglichst qualifiziert in den öffentlichen Konsultationsprozess einbringen können, führte der Creative Europe Desk KULTUR im Vorfeld einen Round Table durch. Eingeladen waren Vertreter geförderter Projekte sowie Repräsentanten der Kulturverwaltung auf europäischer, nationaler, regionaler und kommunaler Ebene. Dies war die Fortsetzung des Round Table von 2015, der auf Initiative der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) von IGBK (Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste) und ITI (Deutsches Zentrum des Internationalen Theaterinstituts) in Kooperation mit dem CED KULTUR durchgeführt wurde. Gemeinsam mit Kulturakteuren wurden Empfehlungen zur Fortsetzung des Programms erarbeitet. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen können Sie hier nachlesen.