Literaturübersetzungen

Verlage oder Verlagsgruppen können Buchpakete von mehreren belletristischen Werken von europäischen Autor*innen zur Übersetzung von einer Amtssprache der am Programm teilnehmenden Länder in eine andere vorschlagen. Ziel dieser Förderung ist die möglichst weitreichende, länderübergreifende Verbreitung literarischer Werke, die mittels Übersetzung einer größeren europäischen Leser*innenschaft zugänglich gemacht werden. Gefragt ist ein strategisches Vorgehen bei Übersetzung, Verbreitung und Bewerbung.

Was wird gefördert?

Verlage können für die Übersetzung, Veröffentlichung und Promotion von Buchpaketen mit belletristischen Werken einen Förderzuschuss beantragen.

Es gibt zwei Projektkategorien:

  • Zweijährige Übersetzungsprojekte (Kategorie 1): pro Projekt werden 3-10 belletristische Werke über einen Zeitraum von zwei Jahren übersetzt, beworben und vertrieben
  • Mehrjährige Übersetzungsprojekte (Kategorie 2): pro Jahr werden 5-10 belletristische Werke über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren übersetzt, beworben und vertrieben

Förderfähige Sprachen

  • Die Ausgangs- und die Zielsprache der übersetzten Werke müssen offiziell anerkannte Sprachen in den am Programm KREATIVES EUROPA KULTUR  teilnahmeberechtigten Ländern sein und
  • entweder die Ausgangs- oder die Zielsprache muss eine Sprache sein, die in den 28 EU-Ländern und den EFTA/EWR Ländern (Norwegen und Island) amtlich anerkannt ist.

Förderfähige Werke

  • belletristische Werke von hohem literarischen Wert
  • Werke auf Papier, im digitalen Format (E-Books) und Hörbücher
  • das Werk wurde in der Originalsprache bereits veröffentlicht,
  • das Werk wurde noch nicht in die Zielsprache übersetzt (Ausnahme: wenn eine neue Übersetzung gerechtfertigt ist)
  • die Autor*innen müssen Staatsbürger*innen oder Einwohner*innen eines teilnahmeberechtigten Landes sein

Folgende Übersetzungsprojekte haben Priorität:

  • Übersetzungen von weniger verbreiteten Sprachen ins Englische, Französische, Deutsche und Spanische
  • Übersetzungen von bisher wenig vertreten belletristischen Genres (Kinder- und Jugendliteratur, Poesie, Kurzgeschichten, Comics)
  • Zur Übersetzung eingereichte Buchpakete, die Werke enthalten, die mit dem European Prize for Literature (EUPL) ausgezeichnet worden sind

Worum es auch geht:

  • Strategischer Vertrieb: Möglichst weitreichende länderübergreifende Verbreitung literarischer Werke von hoher Qualität, insbesondere durch neue Vertriebs- und Werbestrategien mit digitalen Mitteln
  • Strategische Öffentlichkeitsarbeit
  • Verbesserung des Zugangs zu europäischen literarischen Werken für ein möglichst großes Publikum
  • Wertschätzung des Übersetzer*innenberufs

Hinweis: Die Übersetzung von Sachbüchern ist NICHT förderfähig

Wer kann beantragen?

Die antragstellenden Organisationen müssen:

 

  • Verleger*innen oder Verlage sein, die in einem der am Teilprogramm KULTUR beteiligten Länder niedergelassen sind,
  • eine Rechtspersönlichkeit besitzen,
  • seit mindestens 2 Jahren vor dem Tag der Einreichungsfrist existieren und
  • die antragstellende Organisation muss eine Verlagstätigkeit nachweisen können.

Die formellen Bedingungen sind hier zusammengefasst. Der antragstellende Verlag muss diese Auflagen erfüllen.

Hinweis: Natürliche Personen sind keine förderberechtigten Antragsteller*innen und können daher keine Bewerbung auf Finanzhilfe einreichen.

Wie viel kann die EU bezuschussen?

Es handelt sich um eine Ko-Finanzierung

  • Zweijährige Projekte können mit maximal 50% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts kann der Zuschuss maximal 100.000 Euro betragen. Die verbleibenden 50% müssen vom Antragsteller aufgebracht werden.
  • Mehrjährige Projekte können mit maximal 50% der förderfähigen Gesamtkosten bezuschusst werden. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts kann der Zuschuss maximal 100.000 Euro pro Jahr betragen. Die verbleibenden 50% müssen vom Antragsteller aufgebracht werden.

Zeitplan

Maximale Projektlaufzeit:

  • Zweijährige Projekte: 24 Monate
  • Mehrjährige Projekte: je nach Ausschreibung 3 oder 4 Jahre

Die Antragstellung für zweijährige Projekte ist i.d. R. einmal jährlich möglich. Für mehrjährige Projekte gibt es nur zwei Ausschreibungen während der Programmlaufzeit (2014-2020). Die letzte Ausschreibung für eine vierjährige Laufzeit war 2018.

Gut zu wissen
Fällt die Einreichfrist auf einen Feiertag im Land des Antragstellers wird keine Verlängerung gewährt. Verschiebungen der Einreichfristen sind möglich, so dass Sie in jedem Fall die aktuellen Meldungen des CED Kultur (z.B. Newsletter) und der EACEA verfolgen sollten.

Wie und wo wird der Antrag eingereicht?

Die Anträge werden elektronisch über das Funding & tender opportunities portal (FTOP) gestellt. Hierfür muss sich der antragstellende Verlag einen sogenannten „Participant Identification Code“, eine neunstellige Nummer (kurz „PIC“) zulegen. Wozu der PIC gebraucht wird und wie er angelegt wird, ist nachfolgend erklärt:

Schritt 1: EU-Login-Account anlegen
Legen Sie ein Nutzerkonto bei EU-Login an. Sie erhalten dann einen Nutzernamen und ein Kennwort.
Hier legen Sie einen EU-Login-Account an

Schritt 2: PIC-Nummer im FTOP anlegen
Mit den Login-Daten können Sie sich im Funding & tender opportunities portal der Europäischen Kommission anmelden und Ihre Einrichtung registrieren. Damit erhalten Sie Ihre PIC-Nummer. Mit dem PIC werden einige Informationen zu Ihrer Einrichtung gespeichert (z.B. Adresse), die dann automatisch im Online-Antragsformular (eForm) übernommen werden.
Jede Organisation benötigt während der gesamten Programmlaufzeit bis 2020 nur einen PIC. Dieser kann/muss auch für die Antragstellung in anderen EU-Programmen verwendet werden. Wenn Ihre Organisation also durch eine vorherige Antragstellung im Programm Kreatives Europa oder einem anderen EU-Programm (z.B. dem Forschungsprogramm, dem Bürgerschaftsprogramm) einen PIC hat, muss dieser auch weiter verwendet werden.
Hier geht es zum Participant Portal

Schritt 3: Online-Antragsverfahren im FTOP starten
Ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung der Ausschreibung, können Sie das Antragsverfahren im Funding & tender opportunities portal starten und die Antragsunterlagen bearbeiten.

TIPP: Sie müssen nicht bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Ausschreibung warten, um sich auf den Antrag vorzubereiten. Arbeiten Sie immer im Vorfeld mit den Antragsdokumenten des Vorjahres und treten Sie mit dem Team des Creative Europe Desk KULTUR in Kontakt.

Wie ist das Antragsverfahren aufgebaut?

Um einen Antrag stellen zu können, muss Ihre Organisation im Funding & tender opportunities portal (FTOP) mit einer PIC Nummer registriert sein (siehe oben). Das elektronische Antragsverfahrens im Funding & tender opportunities portal (FTOP) ist ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung des Aufrufs zur Einreichung (Call) bis zur Einreichfrist geöffnet.

Der Antrag besteht aus 3 Teilen:

  • Teil A (direkt online auszufüllen): enthält administrative Informationen über die antragstellende Organisation und eine Zusammenfassung des Budgets.
  • Teil B (als Word-Vorlage herunterzuladen, auszufüllen und als PDF-Datei hochzuladen): enthält Fragen zur inhaltlichen Augestaltung des geplanten Projekts.
  • Verschiedne obligatorische Anhänge und Begleitdokumente (als Vorlagen herunterzuladen, auszufüllen und als PDF-Dateien hochzuladen): die detaillierte Budgettabelle, Lebensläufe des Kernprojektteams sowie Biographien der Übersetzer, Tätigkeitsbericht des letzten Jahres und die Ehrenwörtliche Erklärung zu den zu übersetzenden Büchern.

 

 

 

Gut zu wissen
Alle Informationen zum Antrag sind den jeweils aktuellen Antragsunterlagen zu entnehmen: Insbesondere die sogenannten „Guidelines“ (Leitfaden zum Förderbereich), die mit der Ausschreibung veröffentlicht werden, sind Pflichtlektüre für alle Antragsteller. Sie geben Aufschluss über alles Wissenswerte zum Förderbereich (förderfähige Kosten, Checkliste einzureichender Dokumente, Erklärungen zu den Programmprioritäten und Auswahlkriterien).

Wie wird der Antrag bewertet?

  1. Relevanz: Inwiefern trägt das Projekt zur Erfüllung der oben genannten Ziele des Förderbereichs bei?
  2. Qualität von Inhalt und Aktivitäten: Wie wird das Projekt umgesetzt?
  3. Verbreitung und Kommunikation: Wie werden die übersetzten Werke verbreitet und beworben?
  4. Automatische Punkte: Wie viele der eingereichten Werke wurden mit dem Europäischen Preis für Literatur ausgezeichnet?

 

Auch die finanzielle und die operationelle Leistungsfähigkeit des Verlags wird bewertet: Verfügt er über die benötigten fachlichen, personellen und finanziellen Ressourcen, um das Projekt durchzuführen?

Gut zu wissen
Die Projekte werden nach einem mehrstufigen Verfahren, an dem Vertreter*innen der EACEA, der Generaldirektion Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission (DG EAC) und Expert*innen aus den am Programm teilnehmenden Ländern beteiligt sind, ausgewählt. Interessierte können sich als nationale Expert*innen auf den Aufruf zur Expertensuche bewerben.

Bitte beachten Sie: Die Angaben auf dieser Website dienen der ersten Orientierung. Detailliertere Informationen zum Förderbereich finden Sie im Programmleitfaden („Guidelines"), der mit den Antragsunterlagen auf der Website der EACEA veröffentlicht wird.

Ergebnisse 2018

61 Projekte mit mehr als 500 geplanten Übersetzungen sind in beiden Kategorien der Ausschreibungsrunde 2018 bewilligt worden. Neben den drei Werken, die der Verlag Voland & Quist ins Deutsche übersetzen wird, werden 24 deutschsprachige Werke von europäischen Verlagen in ihre jeweiligen Landessprachen übersetzt.