Wer kann Anträge stellen?

Um einen Antrag in KREATIVES EUROPA - KULTUR einreichen zu können, müssen Antragsteller (und je nach Förderbereich auch die Kooperationspartner) einige formelle Kriterien erfüllen.

Um eine Ablehnung des Antrags aus formellen Gründen zu vermeiden, sollte daher vor Antragstellung genau geprüft werden, ob die nachfolgenden Kriterien erfüllt werden.

Bitte beachten Sie, dass für die einzelnen Förderbereiche je weitere formelle Teilnahmekriterien hinzukommen. Diese sind den jeweiligen Guidelines zu entnehmen.

1. Rechtsstatus: Juristische Person

Der Antragsteller (und je nach Förderbereich auch die Kooperationspartner) muss eine juristische Person sein. Personenvereinigung oder Zweckvermögen mit vom Gesetz anerkannter rechtlicher Selbstständigkeit. Es kann sich um eine öffentliche (Körperschaften des öffentlichen Rechts wie Staat, Gemeinden, Gemeindeverbände, öffentliche Sparkassen, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts) oder privatrechtliche Einrichtung (eingetragene Vereine, Stiftungen, Aktiengesellschaften, GmbHs, KGaA, Genossenschaften) handeln.
Einzelpersonen sind nicht antragsberechtigt.

2. Zweijährige rechtliche Existenz

Der Antragsteller muss seit mindestens zwei Jahren über einen Rechtsstatus verfügen. Stichtag für die zweijährige rechtliche Existenz ist das Datum der Einreichfrist.

3. Kultureller Zweck und kulturelle Tätigkeit

Der Antragsteller (und je nach Förderbereich auch die Kooperationspartner) muss nachweislich einen kulturellen Zweck verfolgen und nachweislich in der Kultur- und Kreativbranche tätig sein.
Eine Definition, was zur Kultur- und Kreativbranche zählt, ist in Artikel 2 der Verordnung zu Kreatives Europa nachzulesen.

4. Sitz in einem am Programm teilnahmeberechtigten Land

Der Antragsteller (und je nach Förderbereich auch die Kooperationspartner) muss seinen Sitz in einem am Programm teilnahmeberechtigten Land haben. Antragsteller, die ein Projekt mit einem nicht EU-Land planen, sollten sich rechtzeitig über dessen Teilnahmestatus vergewissern. Dieser wird hier von der Europäischen Kommission veröffentlicht.

Aktuell nehmen folgende Länder am Teilprogramm KULTUR teil:
•    die 28 Mitgliedstaaten der EU:
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern
•    Europäischer Wirtschaftsraum (EWR): Island, Norwegen
•    assoziierte Länder: Albanien, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Republik Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Republik Moldau, Ukraine, Tunesien (ab 2018)

Es ist möglich, Kultureinrichtungen aus Ländern, die nicht am Programm teilnahmeberechtigt sind, als sogenannte „Dritte“ (engl. third parties) am Projekt zu beteiligen. Hierbei ist zu beachten, dass der Projektfokus dennoch ein klar europäischer sein muss. Die Kosten, die in Zusammenhang mit Dritten entstehen, dürfen 30% der gesamten förderfähigen Kosten nicht überschreiten.


Gut zu wissen:

Die Beteiligung von Nicht-EU-Mitgliedstaaten wird über gesonderte Abkommen zwischen der EU und an der Programmteilnahme interessierten Ländern geregelt. Es handelt sich um sogenannte „Assoziierungsabkommen“, die die Teilnahmebedingungen für neu hinzukommende Länder festlegen.
Bis 2020 sind weitere Länder eingeladen, sich KREATIVES EUROPA anzuschließen. Die Verordnung zu Kreatives Europa (1295/2013 vom 11. Dezember 2013, Artikel 8) legt fest, welche Länder dies potenziell tun können.