Update zu den Auswirkungen des Coronavirus auf das Programm KREATIVES EUROPA KULTUR

08.05.2020

Ausbau der europäischen Unterstützungsmaßnahmen

Die Auswirkungen des Coronavirus auf den Kultur- und Kreativsektor sind enorm. Die EU-Kommission hat weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Mitgliedstaaten beim Umgang mit den Auswirkungen von Covid-19 beschlossen. Die eingeführten horizontalen Maßnahmen sind bereichsübergreifende Maßnahmen, welche auch im Kultur- und Kreativsektor zur Anwendung kommen können.

1. Horizontale Maßnahmen

  • Befristeter Rahmen für staatliche Beihilfen: Dieser ermöglicht es Mitgliedstaaten, die Beihilfen flexibel zur Stärkung der Wirtschaft einzusetzen. Dabei wird auch der Kultur-und Kreativsektor genannt. Die Mitgliedstaaten können Unternehmen eine Entschädigung für Schäden gewähren, die durch den Coronavirus-Ausbruch entstanden sind und direkt durch diesen verursacht wurden. Darüber hinaus können die Mitgliedstaaten den Verbrauchern direkt finanzielle Unterstützung gewähren, z.B. für stornierte Dienste oder Fahrkarten, die von den betroffenen Betreibern nicht erstattet werden.
  • Coronavirus Response Investment Initiative: Hierbei handelt es sich um Maßnahmepackete zur Ausstattung der Mitgliedstaaten mit sofortiger Liquidität. Änderungen im Rechtsrahmen sorgen für eine schnelle Nutzung der Gelder für, von der Corona-Krise besonders stark betroffene Sektoren. Mitgliedstaaten können demnach auch Maßnahmen zur Stärkung des Kultur- und Kreativsektors darüber finanzieren.
  • Instrument zur vorübergehenden Unterstützung bei der Minderung von Arbeitslosigkeitsrisiken in Ausnahmesituationen (SURE): Ziel dieses Unterstützungspakets ist es, Arbeitsplätze, die stark von der Pandemie betroffen sind, zu schützen. Es stellt den Mitgliedstaaten finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung, um Arbeitnehmer*innen zu helfen, ihr Einkommen zu sichern und Unternehmen in der gesamten EU am Leben zu erhalten. Konkret wird SURE Kurzarbeitsprogramme und ähnliche Maßnahmen, wie die Zahlungen von Einkommensersatz an Selbstständige, unterstützen.
  • Schutz von kleinen und mittelständischen Unternehmen: Die Kommission kündigt an, insgesamt 8 Milliarden Euro für die finanzielle Entlastung von kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Verfügung zu stellen.
  • Europäischer Garantiefonds: Die europäischen Finanzminister stimmten der Einrichtung eines Europäischen Garantiefonds in Höhe von 25 Milliarden Euro zu, der bis zu 200 Milliarden Euro zur Finanzierung von Unternehmen mit besonderem Schwerpunkt auf KMU bereitstellen wird. Dabei ist eine finanzielle Beteiligung der Mitgliedstaaten vorgesehen.

Weitere Informationen zu den Maßnahmen von der EU-Kommission

2. Bereitstellung von Online-Plattformen

Die EU-Kommission hat zwei Plattformen eingerichtet, um den Austausch von Herausforderungen und Lösungen auf EU-Ebene im Zusammenhang mit den Auswirkungen von COVID-19 auf den Kultur- und Kreativsektor zu unterstützen.
Die Plattform für die EU-Mitgliedstaaten wurde am 24. April ins Leben gerufen. Sie wird den Kulturministerien den Austausch bewährter Praktiken ermöglichen.
Die zweite Plattform, Creatives Unite, soll Menschen im Kultur- und Kreativbereich helfen, Informationen und Lösungen leichter auszutauschen. Sie wurde am 5. Mai im Rahmen des von der Europäischen Union kofinanzierten Pilotprojekts Creative FLIP ins Leben gerufen.

Plattform Creatives Unite

3. Maßnahmen im Programm KREATIVES EUROPA KULTUR (ergänzend zu den am 14. April beschriebenen Maßnahmen):

  • Der Förderbereich Literarische Übersetzungen erhält für die laufende Ausschreibung zusätzliches Budget.
  • Die im Mai erwartete Ausschreibung zur Unterstützung digitaler Formate in den Darstellenden Künsten erhält ein Budget von 2 Millionen Euro

Weitere Informationen

 

Weitere Updates zu den Auswirkungen von Corona auf von KREATIVES EUROPA KULTUR geförderte Projekte

14. April 2020: Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend kündigt folgende Maßnahmen zur Unterstützung des Kultur- und Kreativsektors an:

  • Maximale Flexibilität innerhalb der bestehenden Regeln für laufende und geplante Aktionen (beispielsweise Verlängerung der Einreichfristen)
  • Anweisungen an die Creative Europe Desks zum Umgang mit der "force majeure"-Regel
  • Sondermaßnahmen für Kinos in der Höhe von 5 Millionen Euro in Form von Gutscheinen
  • Veröffentlichung einer Ausschreibung zur Unterstützung von digitalen Formaten der Darstellenden Künste (geplant im Mai)
  • Beschleunigung des Auswahlverfahrens für Literaturübersetzungen
  • Beschleunigung des Auswahlverfahrens für Europäische Kooperationsprojekte 2020
  • Untersuchung zur Garantiefazilität und wie diese zur Unterstützung des Kultur- und Kreativsektors genutzt werden kann

Vollständige Pressekonferenz

Des Weiteren hat die EU Kommission die Kampagne #CreativeEuropeAtHome gestartet und bittet Projektträger*innen Projektaktivitäten, Kunstwerke, Produktionen und andere Ideen unter dem Hashtag zu teilen.

Weitere Informationen zur Kampagne

Außerdem hat die EU Kommission ein Q&A-Dokument zu wichtigen Fragen von geförderten Projekten zum Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Krise veröffentlicht. Dieses wird laufend aktualisier.

Q&A-Dokument der EU Kommission

 

Verschiebung der Einreichfristen laufender Ausschreibungen

26. März 2020: Aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus auf den Kultur- und Kreativsektor wurden die Fristen folgender Ausschreibungen verschoben:

  • “Cultural Heritage in Action” peer-learning scheme: 27. April 2020, 17Uhr MEZ
  • Cultural Cooperation Projects in the Western Balkans: 28. April 2020, 17Uhr MEZ
  • Music Moves Europe - Co-Creation and Co-Production: 30. April 2020, 13Uhr MEZ
  • Music Moves Europe - Music Education and Learning: 30. April 2020, 13Uhr MEZ

Komplette Mitteilung der EU-Kommission

 

Information zum Umgang mit den Auswirkungen des Coronavirus für Geförderte Projekte

25. März 2020: Die Exekutivagentur (EACEA) hat die Hinweise bezüglich des Umgangs mit den Auswirkungen des Coronavirus auf geförderte Projekte aktualisiert und einige Punkte hinzugefügt. Projektträger werden dazu angehalten, die EACEA sowie ihren Projektverantwortlichen über Probleme, die im Zusammenhang mit dem Corona-Aussbruch stehen, zu informieren.

Es gelten folgende Flexibilitätsmaßnahmen:

  • Erstattungsfähigkeit der Kosten in laufenden Aktionen oder Verträgen (Reise- und Unterbringungskosten, die nicht zurückerstattet werden können, gelten als von der EU erstattungsfähig)
  • Ersatzaktivitäten und Verschiebungen von geplanten Aktivitäten sind möglich

Wichtig: Achten Sie auf eine lückenlose Dokumentation von aufkommenden Problemen und Änderungen.

Information der EACEA vom 25.03.2020

09. März 2020: Die Exekutivagentur (EACEA) hat grundlegende Hinweise zum Umgang mit den Auswirkungen des Coronavirus veröffentlicht. Geförderte Projekte, die Veranstaltungen in gefährdeten Gebieten planen oder mit Kulturschaffenden aus diesen Gebieten zusammenarbeiten, sollen sich an die örtlichen und nationalen Vorgaben halten und gegebenenfalls mit den zuständigen Behörden Kontakt aufnehmen. In diesem Zusammenhang sollen die geplanten Aktionen soweit wie möglich durchgeführt werden. Unterstützung kann von den jeweiligen Botschaften und Konsulaten erbeten werden.

Die EACEA erinnert auch daran, dass alle Abkommen eine Klausel über "höhere Gewalt" enthalten, die auf Mobilitätsbeschränkungen als direkte Folge der von den zuständigen nationalen Behörden ergriffenen Maßnahmen angewandt werden kann. Bitte beachten Sie jedoch, dass das Vorliegen eines Ereignisses "höherer Gewalt", das geeignet ist, die normale Durchführung der geplanten Maßnahmen konkret zu behindern, von Fall zu Fall und zu gegebener Zeit beurteilt wird. Bitte kontaktieren Sie Ihre Ansprechpartner*innen (project officers) bei der EACEA und informieren Sie diese im Vorfeld schriftlich über Änderungen und Absagen von Projektaktivitäten.

Verfolgen Sie die aktuellen Meldungen der EACEA hier.

Informationen der EACEA vom 06.03.2020

Informationen der EU-Kommission vom 16.03.2020